Panorama

Verordnung zügig ändern Spahn will Lehrer früher impfen lassen

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In einigen Bundesländern sollen die Schulen am Montag wieder öffnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus Sorge vor Mutationen warnen die Lehrer vor übereilten Schulöffnungen. Gesundheitsminister Spahn kündigt nun an, dass Grundschullehrer und Erzieher im Impfplan vorgezogen werden sollen. Eine Änderung der Verordnung ist schon in Arbeit. Mehr als 70 Prozent der Deutschen fänden das richtig.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will zügig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Grundschullehrer und Kita-Betreuer schneller geimpft werden. Sie sollen aus der dritten in die zweite Priorisierungsgruppe hochgestuft werden. Er wolle das zeitnah mit den Ländern besprechen und dann zügig die Impfverordnung ändern, kündigte der CDU-Politiker in Berlin an.

Eine große Mehrheit der Deutschen ist dafür, Lehrer und Erzieher bei den Corona-Impfungen zu bevorzugen. Das geht aus einer Umfrage der Meinungsforscher von YouGov Deutschland hervor. Demnach fänden es 73 Prozent der Befragten "angemessen" oder "eher angemessen", wenn Lehrer und Erzieher einen Vorzug erhielten. Lediglich 15 Prozent sprechen sich gegen eine Priorisierung aus - 15 Prozent halten einen möglichen Vorzug für "unangemessen" oder "eher unangemessen". 12 Prozent der Befragten machten keine Angabe.

FDP: Lehrer sind "ultrasystemrelevant"

Nach der aktuellen Corona-Impfverordnung sind Erzieher und Lehrkräfte erst in der dritten Gruppe (erhöhte Priorität) an der Reihe. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten Spahn zuvor gebeten, eine höhere Priorisierung von Grundschullehrern und Kita-Erziehern zu prüfen. Auch die FDP begrüßte die Idee. "Diese Berufe sind ultrasystemrelevant", sagte ihre Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus. "Schulen und Kitas müssen daher so schnell wie möglich öffnen können."

Nach mehrwöchiger Schließung sollen in vielen Bundesländern ab kommender Woche Schulen und Kitas wieder schrittweise öffnen. Der Deutsche Lehrerverband warnt angesichts der grassierenden Virus-Varianten vor eiligen Schulöffnungen. Es sei "unbedingt notwendig, auf Vorsicht und Behutsamkeit zu setzen", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Die Mutation des Virus sei die "größte Bedrohung für eine klare, verlässliche und nachhaltige Schulöffnungsperspektive". Erst ab einer Inzidenz unter 35 soll dem Verbandschef zufolge ein vollständiger Präsenzunterricht stattfinden dürfen.

Debatte um Zurückhaltung bei Impfterminen

Mit Blick auf die Vorbehalte gegen den Impfstoff von Astrazeneca bei Pflegern und medizinischem Personal sagte Spahn, wenn jemand die Impfung nicht wolle, werde das Präparat dem nächsten angeboten. Er votierte zugleich dafür, die abgestimmte Impfreihenfolge beizubehalten.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek regte dagegen eine Diskussion über die Reihenfolge zu einem späteren Zeitpunkt an. Wenn der Impfstoff in den priorisierten Gruppen nicht angenommen werde und es gleichzeitig Menschen gebe, die geimpft werden wollten, sollten Bund und Länder prüfen, "wie wir das hinkriegen", sagte der CSU-Politiker. Ähnlich hatte sich am Vortag bereits Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller geäußert: Auf keinen Fall dürften Impfdosen verfallen. Wer den Impfstoff nicht wolle, habe damit erst einmal seine Chance vertan, so der SPD-Politiker. "Wir werden den Impfstoff dann anderen anbieten."

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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