Politik

Laschet attackiert Röttgen CDU-Kandidaten umschiffen die K-Frage

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Da wollen sie rein, ins Kanzleramt - dies zu sagen, trauen sich Merz, Laschet und Röttgen aber noch nicht.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Am Wochenende endet die Hängepartie um den CDU-Vorsitz. Doch die nächste große Frage steht längst im Raum: Wer soll die Union in den Bundestagswahlkampf führen? Noch traut sich kein Bewerber, deutlich "ich" zu sagen. Und so mühen sich Laschet, Merz und Röttgen um Diplomatie.

Kurz vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden halten sich die Kandidaten in der Frage der Unions-Kanzlerkandidatur bedeckt. Sowohl Norbert Röttgen als auch Friedrich Merz erklärten, diese Angelegenheit solle erst nach dem Parteitag besprochen werden. Mitbewerber Armin Laschet äußerte deutliche Kritik an Röttgen - und gab sich zuversichtlich die Abstimmung gewinnen zu können. Präsidium und Vorstand der CDU beraten am Abend, um letzte Vorbereitungen für den Parteitag zu treffen. Dieser beginnt am morgigen Freitagabend. Der neue Parteichef wird am Samstag gewählt.

Falls er gewinne, werde er gemeinsam mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder "zu gegebener Zeit einen Vorschlag machen, welcher Kandidat für die Unionsparteien die besten Chancen bei den Wählerinnen und Wählern hat", sagte Röttgen der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger".

"Markus Söder und ich kennen uns seit Jahrzehnten", betonte Röttgen. Er wolle mit dem CSU-Chef "sehr zügig und vertraulich" über die Kanzlerkandidatur beraten. "Dabei geht es nicht um unsere Egos, sondern um die Verantwortung der beiden Parteivorsitzenden für den Wahlsieg der Union."

Merz sagte bei NDR Info, "theoretisch" sei ein Kanzler aus den Reihen der CSU möglich. "Das sehen wir nach dem Parteitag der CDU." Einseitige Vorfestlegungen würden sich verbieten. "Es geht um eine übereinstimmende Entscheidung, die die CDU gemeinsam mit der CSU treffen muss." Laschet hatte sich zuletzt ebenfalls grundsätzlich offen für eine Kanzlerkandidatur Söders gezeigt. Es solle entweder der CDU-Vorsitzende oder der CSU-Chef diese Position übernehmen, sagte er der "Bild am Sonntag".

Laschet tritt gegen Röttgen

Einen Tag vor dem Parteitag äußerte Laschet deutliche Kritik an Röttgen. Dieser hatte als CDU-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen 2012 die Landtagswahl mit historisch schlechtem Ergebnis verloren. Sicher würden sich einige Parteitagsdelegierte daran erinnern, "wie es uns gelungen ist, nach diesem Desaster im Team die NRW-CDU wieder aufzurichten und zur heutigen Geschlossenheit zu führen", sagte Laschet dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die CDU müsse von jemandem geführt werden, der gezeigt hat, "dass er Wahlen gewinnen kann, dass er regieren kann, dass er Krise kann", fügte Laschet hinzu. Deswegen sei er zuversichtlich. "Die Zustimmung wächst spürbar."

Doch auch Röttgen hält seine eine Siegeschancen für gut. "Ich würde eher von einigen Wochen, sogar Monaten sprechen, in denen ich eine Dynamik wahrnehme, die mir Rückenwind gibt", sagte er. Das Rennen sei offen. "Ich bin zuversichtlich, eine Nasenspitze vorne würde genügen."

Wahlverlierer keine Vize

Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtete, sollen die beiden unterlegenen Vorsitzbewerber offenbar nicht für einen der fünf Vizeposten kandidieren. Dazu seien die drei aus CDU-Landesverbänden gedrängt worden. Hintergrund sei dass sie allesamt aus Nordrhein-Westfalen stammen.

Um die Vizeposten bewerben sich laut der Zeitung bisher Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl und die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Silvia Breher.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP