Politik

"Das Duell" zu Terrorgefahr CDU-Politiker fordert Bodentruppen gegen IS

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Bodentreppen in Syrien - der Preis für die Freiheit in Europa, findet der CDU-Politiker Karl-Georg Wellmann.

(Foto: imago/Enters)

Im Kampf gegen den IS müsse der Westen Bodentruppen einsetzen, fordert der CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann bei "Das Duell bei n-tv". Zugleich greift er den bayerischen Finanzminister Markus Söder scharf an.

Nach Einschätzung des CDU-Außenpolitikers Karl-Georg Wellmann muss der Westen im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat zwingend Bodentruppen einsetzen. "Wenn wir unsere Freiheit erhalten und den IS wirksam bekämpfen wollen, wird es irgendwann ohne Truppen auf dem Boden nicht gehen", sagte Wellmann in der Sendung "Das Duell bei n-tv".

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Eine Beteiligung von deutschen Bodentruppen sei aber in absehbarer Zeit unwahrscheinlich. "Bevor jemand vor den deutschen Bundestag oder die deutsche Öffentlichkeit tritt und sagt, wir schicken jetzt Bundeswehrsoldaten auf den Boden dorthin, wird noch Zeit vergehen", sagte Wellmann. "Ob das deutsche Truppen sind, das sehe ich noch nicht. Aber irgendwann wird es dazu kommen. Alleine die Bombenflugzeuge, allein Bombardierungen werden nicht ausreichen. Das ist so, wie es ist."

"Terroristen kommen per Business Class"

Zugleich übte Wellmann scharfe Kritik am bayerischen Finanzminister Markus Söder, der unmittelbar nach den Terroranschlägen von Paris einen schärferen Kurs in der Flüchtlingspolitik eingefordert hatte. "Die Flüchtlinge und der Terror in Paris haben überhaupt nichts miteinander zu tun", stellte der CDU-Politiker klar. CSU-Chef Horst Seehofer habe Söder "Gott sei Dank zurückgepfiffen".

Wellmann betonte: "Die Terroristen aus Syrien brauchen den Flüchtlingsstrom nicht. Die kommen nicht zu Fuß über die Balkanroute, die kommen per Business Class im Flugzeug mit gefälschten Papieren." Söder hatte mit Blick auf die Flüchtlingskrise gesagt, der Terrorangriff auf die französische Hauptstadt "ändert alles". Er forderte schärfere Kontrollen an den Grenzen und eine Begrenzung des Zuzugs nach Deutschland. Zudem verlangte er von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Eingeständnis von Fehlern in der Flüchtlingspolitik.

Der Nahost- und Terrorismusexperte Michael Lüders warf Söder im Duell indirekt vor, der Strategie des Islamischen Staates auf den Leim zu gehen. Es sei geradezu "der Traum des Islamischen Staates", die ohnehin schon überwiegend anti-islamisch eingestellte westliche Bevölkerung noch weiter aufzuwiegeln und am Ende Konfrontationen zu schüren "zwischen ultrarechten Kräften und Muslimen, die glauben, sich verteidigen zu müssen". "Das wäre das Worst-Case-Szenario, und das strebt der Islamische Staat an", sagte Lüders.

Quelle: n-tv.de

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