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Vorstoß fordert CO2-Abgabe CDU-Politiker justieren Klimapolitik neu

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Schülerinnen und Schüler demonstrieren mit Protestplakaten während des Fridays for Future - Klimastreiks.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für viele Wähler hat die CDU auf aktuelle Fragen der Umweltpolitik keine Antworten. Den Denkzettel bekommt die Partei dafür bei der EU-Wahl. Jetzt legen CDU-Politiker ein Konzept zum Klimaschutz vor und fordern eine allgemeine CO2-Abgabe. An anderen Stellen sollen Bürger entlastet werden.

In der Union hat nach einem Medienbericht eine erste Gruppe einen detaillierten Vorschlag für eine neue Klimaschutzpolitik vorgelegt. Die liberale Union der Mitte empfiehlt in ihrem Konzept mit dem Titel "Ohne Pillepalle: Klimaschutz - einfach machen" die Einführung einer "allgemeinen CO2-Abgabe" und Entlastungen an anderer Stelle, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Auch in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion formiert sich eine Gruppe von Abgeordneten, die einen sofortigen Kurswechsel in der Klimapolitik fordert. Nach Informationen von n-tv.de setzt sie sich entgegen der bisherigen Koalitionslinie für eine Bepreisung von CO2 auch für Verkehr, Wohnen und Landwirtschaft ein. "Wir brauchen noch vor der Sommerpause Entscheidungen", sagten die Bundestagsabgeordneten Thomas Heilmann und Kai Whittaker n-tv.de. Die Gruppe will in den nächsten Tagen ein eigenes Papier unter der Überschrift "Ein neuer Weg zur grünen Null" vorlegen. Darin soll die Idee einer CO2-Steuer mit dem Verfahren des CO2-Zertifikatehandels verbunden werden.

Unterdessen warf der stellvertretende Unionsfraktionschef Georg Nüßlein der SPD Tatenlosigkeit in der Klimapolitik vor. "Bundesfinanzminister Olaf Scholz bekennt sich in Sonntagsreden, gerade vor sozialdemokratischem Publikum, gerne zum Klimaschutz, konkret anzubieten hat er aber nichts", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Der Minister weigere sich, im Koalitionsvertrag vereinbarte Projekte anderer Ministerien zu finanzieren, etwa den Steuerbonus für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden und die Sonderabschreibung für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge.

Verfehlung der Klimaziele

Während SPD-Umweltministerin Svenja Schulze von den CDU- und CSU-Ministern konkrete Vorschläge für mehr Klimaschutz fordere, "lässt der Bundesfinanzminister gerade diese Unionskollegen im Regen stehen, indem er keine Mittel für solche Maßnahmen freimacht".

Die einzige zusätzliche Klimavorsorge in der Finanzplanung des Bundes bis 2022 seien jährlich hundert Millionen Euro für mögliche Strafzahlungen für eine Verfehlung der Klimaziele. Nach den Vorstellungen der Union der Mitte soll eine CO2-Abgabe anfangs bei 60 Euro pro Tonne CO2 liegen und bis 2030 kontinuierlich auf 120 Euro angehoben werden.

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Die Bundesregierung soll auf EU-Ebene eine einheitliche Lösung "zur CO2-orientierten Besteuerung von Flugbenzin (Kerosin) und Schiffsdiesel" anstreben. Die Kfz-Steuer soll für Autos mit weniger als 1800 Kubikzentimetern Hubraum gesenkt werden und für Fahrzeuge mit größeren Motoren erhöht werden.

Bürger bei Krankenversicherung entlasten

An anderer Stelle würden Bürger und Unternehmen nach den Vorstellungen der Gruppe entlastet. Für private Haushalte soll dies durch eine direkte Auszahlung aus dem Bundeshaushalt über die gesetzliche Krankenversicherung geschehen. Außerdem schlägt die Union der Mitte vor, den Strompreis um insgesamt 5,95 Cent je Kilowattstunde zu senken. Die Union der Mitte ist eine Art liberales Gegenstück zur konservativen Werte-Union.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bekräftigte die Forderung ihrer Partei nach einer Besteuerung des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2). "Wer CO2-Müll produziert, soll dafür bezahlen - wie für jeden anderen Müll auch", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wer das Klima schont, wird belohnt. Das Geld, das der Staat auf diese Art einnimmt, wird als Klimaprämie zurückgegeben. Die Leute in den kleineren Wohnungen, mit den kleineren Autos werden mehr zurückkriegen. Und wer richtig viel CO2-Müll produziert, wird draufzahlen."

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Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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