Politik

"Ich fand es richtig" CDU-Politiker rechtfertigt Söring-Empfang

1a8951276323130d10d42e3d43bf3693.jpg

Peter Beyer begrüßte Jens Söring am Frankfurter Flughafen.

(Foto: dpa)

Als der verurteilte Doppelmörder Jens Söring nach mehr als 33 Jahren im Gefängnis nach Deutschland zurückkehrt, wird er auch von einem CDU-Politiker freudig begrüßt. Dafür muss sich Peter Beyer Kritik gefallen lassen. Doch diese lässt er nicht auf sich sitzen.

Nach dem Empfang des in den USA als Doppelmörder verurteilten Deutschen Jens Söring am Frankfurter Flughafen hat sich der Transatlantik-Beauftragte der Bundesregierung Peter Beyer gegen Kritik verteidigt. "Ich fand es richtig", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung, nachdem er Söring am Dienstag bei dessen Ankunft in Frankfurt am Main begrüßt hatte.

Dagegen äußerte etwa der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff Kritik. "Herr Söring ist kein Staatsgast, sondern ein Verbrecher, der seine Strafe verbüßt hat. Daher hat Herr Beyer - als Vertreter der Bundesregierung - bei seinem Empfang in Deutschland nichts verloren", sagte Lambsdorff dem Blatt.

Nach 33 Jahren Haft, die meiste Zeit davon in den USA, war Söring am Dienstag zurück nach Deutschland gekommen. Am Frankfurter Flughafen wurde er von seinen Unterstützern in Empfang genommen, darunter von Beyer. Inzwischen befindet sich der 53-jährige Söring bei Freunden in Hamburg.

Der Diplomatensohn war wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Morde aus dem Jahr 1985 zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld. Vor wenigen Wochen hatte das zuständige US-Gremium entschieden, Söring auf Bewährung freizulassen und abzuschieben.

"In Deutschland gibt es keinen Fall Jens Söring"

In der "Bild"-Zeitung erneuerte Beyer seine Zweifel an der Schuld Sörings. "Jeder, der halbwegs bei juristischem Verstand ist, muss dafür plädieren, dass dieser Mensch nicht hinter Gitter gehört", zitierte ihn die Zeitung. Man müsse "blind sein, wenn man nicht sieht, dass es mehr als erhebliche Zweifel gibt, dass er überhaupt am Tatort war". Beyer hatte bereits früher darauf hingewiesen, dass keine einzige der am Tatort gefundenen DNA-Spuren zu Söring passe.

Er sei als Bundestagsabgeordneter nach Frankfurt am Main gereist, teilte Beyer darüber hinaus mit. "Es gab keinen offiziellen Auftrag." Vertreter des Freundeskreises Jens Söring hätten ihn gebeten, dabei zu sein, wenn Söring wieder in seiner Heimat ankommt. "Mit dem Freundeskreis habe ich Kontakt, weil ich den Fall seit mittlerweile etwa zehn Jahren begleite. Zwei Mal habe ich Jens Söring im Gefängnis besucht." Söring bleibe zwar ein in den USA rechtskräftig verurteilter Doppelmörder. "Doch in Deutschland gibt es keinen Fall Jens Söring, er gilt hier als unbescholtener Bürger", so Beyer.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa