Politik

Zu wenige bei Litauen-Brigade?CDU-Verteidigungspolitiker: Notfalls Soldaten verpflichten

16.02.2026, 08:23 Uhr
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Gegenwärtig sind in Litauen nur 1.700 bis 1.800 Bundeswehrangehörige vor Ort. (Foto: picture alliance/dpa)

Auch wenn die Bundesregierung dementiert: Laut einem Medienbericht soll es zu wenige Freiwillige für die Litauen-Brigade geben. Der Chef des Verteidigungsausschusses reagiert: Wer sich für den Soldatenberuf entscheide, übernehme Verantwortung.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, will Bundeswehr-Soldaten notfalls zu einem Einsatz in Litauen verpflichten, wenn sich wie bisher auch weiterhin nicht genügend Freiwillige melden. "Die Bundeswehr baut auf Freiwilligkeit, und das bleibt der richtige Grundsatz", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er fügte aber auch hinzu: "Wenn dieser für einen sicherheitspolitisch unverzichtbaren Auftrag wie die Brigade in Litauen nicht ausreicht, muss der Dienst auch verbindlich angeordnet werden."

Röwekamp betonte: "Wer sich für den Soldatenberuf entscheidet, übernimmt Verantwortung für den Schutz von Frieden, Freiheit und unserer Bündnispartner. Diese Verantwortung endet nicht an der Landesgrenze - sie schließt auch den Dienst dort ein, wo Abschreckung Frieden sichert, wie in Litauen."

Der "Spiegel" hatte unter Berufung auf ein vertrauliches Papier aus dem Verteidigungsministerium berichtet, dass sich zu wenige Freiwillige für den Dienst an der Nato-Ostflanke gemeldet hätten - besonders bei den Mannschaftsdienstgraden. Bis 2027 sollen 4800 Soldaten und 200 Zivilbeschäftigte dauerhaft in Litauen Dienst tun. Gegenwärtig sind in Litauen aber nur 1.700 bis 1.800 Bundeswehrangehörige vor Ort, bis Jahresende sollen es 2.000 sein.

Die Bundesregierung widersprach am Freitag noch dem "Spiegel"-Bericht. Man sei beim Aufbau der Brigade "im Plan" und gehe davon aus, den Personalbedarf mit Freiwilligen decken zu können, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Litauen grenzt an Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad und Moskaus engen Verbündeten Belarus. Der Militärexperte Nico Lange schrieb auf der Plattform Bluesky: "Zu wenig Freiwillige für die Bundeswehr-Brigade Litauen? Die Lage ist ernst genug, dass wir auch Dinge machen müssen, die nicht freiwillig sind."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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