Politik

Antrag kommt zum ParteitagCDU-Wirtschaftsflügel will Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen

25.01.2026, 03:41 Uhr
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Die CDU-Politikerin Gitta Connemann verweist auf den Fachkräftemangel. (Foto: picture alliance / Flashpic)

Dass die Deutschen mehr arbeiten müssen, betonen die Spitzen der CDU im Wochentakt. Die Mittelstandsunion wird nun konkreter: Der Rechtsanspruch auf Teilzeit müsse gestrichen werden, fordert der Wirtschaftsflügel. Ausnahmen soll es nur in begründeten Fällen geben.

Bisher hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland grundsätzlich das Recht auf Teilzeitarbeit - einem Medienbericht zufolge will der Wirtschaftsflügel der CDU diesen Rechtsanspruch kippen. Wie das Magazin "Stern" berichtete, soll auf dem Bundesparteitag der Christdemokraten Ende Februar ein entsprechender Antrag beschlossen werden. In dem Antrag mit dem Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit", der dem "Stern" vorliegt, fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), dass für den Rechtsanspruch eine "besondere Begründung" vorliegen muss.

Besondere Gründe könnten etwa die Erziehung von Kindern, die Pflege Angehöriger oder Weiterbildungen sein. Freiwillige Teilzeitarbeit ohne Betreuungspflichten hingegen soll nicht mehr möglich sein. "Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten", sagte die MIT-Vorsitzende Gitta Connemann dem "Stern". Es gäbe einen dramatischen Fachkräftemangel. Deshalb dürfe "freiwillige Teilzeit aus Gründen der individuellen Lebensgestaltung" nicht dauerhaft durch den Sozialstaat abgesichert werden.

Fast 30 Prozent arbeiten in Teilzeit

Zuletzt hatte etwa der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, kritisiert, dass Menschen, die freiwillig weniger arbeiten, um mehr Freizeit zu haben, weniger in die Sozialsysteme einzahlen, aber die vollen Leistungen beziehen.

2024 haben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden 29 Prozent der Deutschen in Teilzeit gearbeitet - mehr als je zuvor. Demnach arbeitete mit 49 Prozent fast jede zweite Frau in Teilzeit, bei den Männern waren es zwölf Prozent.

Zuletzt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum für Vertrauen in den Standort Deutschland geworben. Merz beklagte zugleich, dass es Produktivitätsprobleme in Deutschland gebe, insgesamt zu wenig gearbeitet werde und die Lohnkosten zu hoch seien.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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