Politik

Führung in Peking "unruhig" CIA: Chinas Angriff auf Taiwan nur Frage der Zeit

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Der Blick auf die taiwanesische Hauptstadt Taipeh.

(Foto: IMAGO/YAY Images)

China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Der gescheiterte Blitzeinmarsch der Russen in die Ukraine lässt die CIA befürchten, dass China seine Lehren daraus zieht..

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA geht ungeachtet russischer Rückschläge im Angriffskrieg gegen die Ukraine davon aus, dass China in Zukunft gewaltsam gegen Taiwan vorgehen könnte. Die chinesische Führung sei "unruhig" angesichts des "strategischen Scheiterns" Russlands in der Ukraine, sagte CIA-Chef William Burns bei der Sicherheitskonferenz Aspen Security Forum.

Dies habe aber weniger Einfluss auf die Frage, "ob" die chinesische Führung sich in einigen Jahren dafür entscheiden könnte, "Gewalt einzusetzen, um Taiwan zu kontrollieren", sondern vielmehr auf die Frage, "wie und wann sie es tun würden", sagte Burns weiter. China dürfte die Lehre ziehen, dass sich "schnelle, entscheidende Siege" nur erzielen ließen, wenn "überwältigende Kräfte" zusammengezogen würden. Außerdem habe China vermutlich gelernt, dass es seine Wirtschaft gegen mögliche Sanktionen absichern müsse.

China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zuletzt Befürchtungen wachsen lassen, dass Peking im Umgang mit Taiwan auf ein ähnliches Vorgehen setzen könnte.

Burns äußerte sich beim Aspen Security Forum zurückhaltend über Spekulationen, dass China noch in diesem Jahr gegen Taiwan vorgehen könnte. "Uns scheint, dass die Risiken größer werden, je weiter dieses Jahrzehnt voranschreitet", sagte der CIA-Chef.

Zuletzt hatte ein Besuch des taiwanesischen Parlamentspräsidenten Su Jia-chyuan in Tschechien für scharfe Kritik von chinesischer Seite gesorgt. Mit der Einladung des - so wörtlich - "verbissenen Separatisten" würden die Grundlagen der tschechisch-chinesischen Beziehungen untergraben, warnte die Botschaft der Volksrepublik in Prag. Der EU-Mitgliedstaat müsse aufhören, "falsche Signale" auszusenden.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 21. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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