Politik

Teheran droht Paris "Charlie Hebdo" fordert Mullahs heraus

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Das Regime in Teheran hält sich mit Waffengewalt an der Macht.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

Zum Jahrestag der islamistischen Anschläge auf "Charlie Hebdo" legt das Satiremagazin mit einer explosiven Sonderausgabe nach. Ziel ist diesmal der greise Ayatollah Chamenei. Das Regime in Teheran droht Frankreich wegen der "Grenzüberschreitung".

Nach der Veröffentlichung von Karikaturen über Ayatollah Ali Chamenei in der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" hat der Iran Frankreich mit Konsequenzen gedroht. Die "beleidigende" Handlung werde "nicht ohne eine wirksame und entschlossene Antwort bleiben", schrieb Außenminister Hossein Amir-Abdollahian auf Twitter. Teheran werde der französischen Regierung "nicht erlauben, die Grenzen zu überschreiten". Sie habe "definitiv den falschen Weg gewählt".

Die Wochenzeitung "Charlie Hebdo" hatte in einer Sonderausgabe zum Jahrestag des tödlichen Anschlags auf ihr Pariser Büro dutzende Karikaturen veröffentlicht, in denen der oberste geistliche Führer des Iran verspottet wurde. Die Zeitschrift erklärte, die Karikaturen seien Teil eines Wettbewerbs, den sie im Dezember zur Unterstützung der regierungskritischen Proteste im Iran ausgeschrieben hatte. Auf der Titelseite schreibt das Satireblatt "Mullahs, geht dahin, woher ihr gekommen seid". Abgebildet ist eine lachende Frau mit gespreizten Beinen, in deren Schoß die Islamisten zurückkehren. 2015 war "Charlie Hebdo" zum Ziel eines islamistischen Anschlags in Paris geworden, nachdem das Blatt mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen weltweit Empörung bei strenggläubigen Muslimen ausgelöst hatte.

Der Iran wird seit dem Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini am 16. September von einer Protestwelle erschüttert. Amini war zuvor von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil ihr ein Verstoß gegen die strengen islamischen Kopftuchvorschriften für Frauen vorgeworfen wurde. Die iranischen Behörden prangern die landesweiten Demonstrationen als "Unruhen" an. Sie beschuldigen den Westen und Oppositionsgruppen, die Unruhen zu schüren.

Zwei Franzosen vor Revolutionsgericht

Im Iran waren am Dienstag zwei französische Staatsbürger nach Spionagevorwürfen angeklagt worden. Ein weiterer Vorwurf lautete nach Angaben des Justizportals Misan "Verschwörung gegen die nationale Sicherheit". Die Prozesse werden vor einem Revolutionsgericht geführt. Zur Identität der Angeklagten war zunächst nichts bekannt. Frankreichs Außenministerin Catherine Colonna hatte im November inmitten der landesweiten Proteste im Iran die Festnahme zweier französischer Staatsbürger bestätigt.

Bereits in der Vergangenheit waren mehrere europäische Staatsbürger im Iran festgenommen und angeklagt worden, darunter auch Touristen. Nach Angaben der Justiz wurden seit Ausbruch der Proteste Mitte September mindestens 40 Ausländer festgenommen. Die Sicherheitsbehörden begründen die Festnahmen üblicherweise mit dem Vorwurf der Spionage. Kritiker werfen dem Iran hingegen vor, ausländische Staatsbürger als politische Geiseln festzusetzen.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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