Politik

Journalisten ausgewiesen China und USA liefern sich Medienfehde

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In Zukunft müssen chinesische Medien mit weniger Mitarbeitern aus den USA berichten.

(Foto: REUTERS)

Die eine Seite spricht von "Vorurteilen und Ausgrenzung". Die andere beklagt "andauernde Einschüchterung und Schikane". Chinas Staatsmedien müssen in Zukunft mit weniger Journalisten in den USA arbeiten. Ein entsprechender Beschluss in Washington sorgt für Unverständnis in Peking.

Chinas Regierung hat die Entscheidung des US-Außenministeriums scharf verurteilt, die Zahl der zugelassenen chinesischen Journalisten in den USA zu reduzieren. Die chinesische Außenamtssprecherin Hua Chunying nannte die verfügte Obergrenze für Chinas Staatsmedien in Peking eine "De-facto-Ausweisung". "Ein weiterer Schritt der politischen Unterdrückung und Beweis von Scheinheiligkeit in der Pressefreiheit der USA", schrieb Hua Chunying auf Twitter unter Hinweis auf Berichte, dass die USA die Zahl der Mitarbeiter staatlicher chinesischer Medien in den USA von jetzt 160 auf 100 reduzieren wollen. Die Sprecherin beklagte "Vorurteile und Ausgrenzung" chinesischer Medien.

Die US-Regierung hatte am Vortag ihre Gangart im Umgang mit den Ablegern der chinesischen Staatsmedien in den Vereinigten Staaten verschärft. Die neue Obergrenze betrifft die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, aber auch das Staatsfernsehen, China Radio International sowie die Zeitungen "China Daily" und das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung".

Der Beschluss sei eine Reaktion auf die "andauernde Einschüchterung und Schikane" ausländischer Journalisten in China, erklärte Außenminister Mike Pompeo. Ein Vertreter des Ministeriums sagte, ein "ziemlich ungeheuerliches" Beispiel dafür sei die Ausweisung von Journalisten des "Wall Street Journal". Deren Auslöser war eine Überschrift über einem china-kritischen Gastkommentar zum Umgang mit der neuen Lungenkrankheit Covid-19, in der China als "kranker Mann Asiens" beschrieben worden war. Die Formulierung war auf Empörung gestoßen. Eine Entschuldigung lehnte die Zeitung ab.

China droht nun mit Gegenmaßnahmen. Die Führung in Peking habe das Recht, ihrerseits Schritte zu unternehmen, sagte Zhao Lijian vom Außenministerium. Die Entscheidung der USA wirke sich sehr negativ auf die bilateralen Beziehungen aus. Die Spannungen zwischen den USA und der Volksrepublik haben sich seit dem Amtantritt von US-Präsident Donald Trump verschärft. Differenzen gibt es vor allem über den Handel.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/rts