Politik

100 Millionen Euro Entschädigung Corona-Opfer verklagen Italien

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In Bergamo ermittelte im Sommer die Staatsanwaltschaft, nachdem Noi Denunceremo geklagt hatte.

(Foto: AP)

Sie wollen den italienischen Ministerpräsidenten, den Gesundheitsminister und einen Regionalpräsidenten vor Gericht bringen und so millionenschwere Entschädigungszahlungen erzwingen. Und die Vertreter der 500 Hinterbliebenen von Corona-Toten können auf erste Erfolge verweisen.

Eine Gruppe aus Vertretern von Covid-19-Opfern in Italien will die Behörden landesweit und in den Regionen auf 100 Millionen Euro Entschädigung verklagen. Die Gruppe Noi Denunceremo (Wir werden anprangern) teilte mit, sie werde heute eine Klage im Namen von 500 Hinterbliebenen von Covid-19-Opfern einreichen. Sie richte sich gegen den Ministerpräsidenten Giuseppe Conte, den Präsidenten der Region Lombardei, Attilo Fontana, und Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Für jedes Opfer verlangt die Gruppe 200.000 Euro Entschädigung, was insgesamt 100 Millionen Euro ergeben würde. Noi Denunceremo wirft den Behörden vor, in der Pandemie nicht schnell genug gehandelt zu haben, was zu gravierenden Folgen für die Wirtschaft und die Gesellschaft geführt habe.

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Im August hatte die Staatsanwaltschaft in Bergamo bereits ermittelt, nachdem Noi Denunceremo rund 150 Anzeigen gegen unbekannt eingereicht hatte. Ein Teil der Untersuchungen konzentrierte sich auf die Frage, warum die Politik Anfang März keine Sperrzonen um Bergamo beziehungsweise stark betroffene Vororte eingerichtet habe.

Kritiker hinterfragen, ob Italiens Pandemie-Plan auf der Höhe der Zeit war. Bislang starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 69.800 Menschen mit Sars-CoV-2. Die Behörden registrierten insgesamt mehr als 1,977 Millionen Corona-Infektionen.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa