Politik

90 Milliarden Euro weniger Corona sorgt für erhebliches Haushaltsdefizit

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Der Kampf gegen das Virus reißt Löcher in die Staatskasse.

(Foto: imago images/Dean Pictures)

Vor fünf Jahren verbuchen die öffentlichen Haushalte das letzte Mal ein Defizit in der ersten Jahreshälfte. Doch die Verbreitung des Coronavirus sorgt 2020 für ungeahnte Ausgaben - während die Einnahmen einbrechen.

Die Corona-Pandemie belastet die öffentlichen Haushalte und hat zum ersten Mal seit Jahren ein Finanzierungsdefizit entstehen lassen. Die Einnahmen der Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung gingen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erstmals seit dem Jahr 2012 zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Summe sank demnach um knapp fünf Prozent auf 709,4 Milliarden Euro. Zugleich stiegen die Ausgaben um 8,6 Prozent auf 797,8 Milliarden Euro.

Die Lücke führt zu einem kassenmäßigen Finanzierungsdefizit von 89,8 Milliarden Euro, wie das Bundesamt berichtete. Ein Defizit für die erste Jahreshälfte hatte der öffentliche Gesamthaushalt demnach zuletzt im Jahr 2015 verzeichnet. Die Angaben beziehen sich auf vorläufige Ergebnisse der Kern- und Extrahaushalte der vierteljährlichen Kassenstatistik.

Grund für den Einnahmerückgang seien geringere Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben, erklärte das Bundesamt. Auch die gestiegenen Ausgaben ließen sich hauptsächlich durch höhere Zuweisungen und Zuschüsse in Folge der Corona-Pandemie erklären.

Allein der Bund und seine Extrahaushalte zahlten in den ersten sechs Monaten rund 34,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Darin sind Soforthilfen an Unternehmen ebenso enthalten wie Zahlungen zur Unterstützung der Krankenhäuser.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP