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Muss der Urlaub sofort enden? Das müssen Inlands-Touristen nun beachten

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Wer derzeit auf Langeoog Urlaub macht, darf bleiben. Touristen auf Sylt trifft es härter.

(Foto: imago images/localpic)

Der innerdeutsche Flickenteppich beim heiß umstrittenen Beherbergungsverbot wiederholt sich nun bei den Abreiseregeln für Touristen: Während Schleswig-Holstein alle Urlauber bis Montag zur Ausreise auffordert, gehen etwa Niedersachsen und NRW mit ihren Besuchern pfleglicher um.

Niedersachsen: Urlaub kann beendet werden

Anders als in Schleswig-Holstein müssen Touristen in Niedersachsen ihren Urlaub nicht abbrechen, wenn sie vor Beginn des neuen Teil-Lockdowns anreisen. Das geht aus der am Nachmittag veröffentlichten neuen Verordnung des Landes hervor. Aufenthalte mit Übernachtung, die bereits vor dem 2. November angetreten worden seien, müssten nicht abgebrochen werden, heißt es in der Regelung des Landes.

Nordrhein-Westfalen: Anreisezeitpunkt entscheidet

Touristen in Nordrhein-Westfalen, die vor Freitag in ein Hotel oder eine Pension eingecheckt haben, dürfen ihren Urlaub dort solange wie geplant fortführen. Das sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Wer dagegen erst am heutigen Freitag, Samstag oder Sonntag komme, müsse spätestens am Montag wieder abreisen. Die neue Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken, die nach dem 29. Oktober angetreten wurden, bis zum 30. November untersagt sind. Die Verordnung tritt aber erst am Montag (2. November) in Kraft. Besitzer und Dauermieter von Ferienhäusern sowie Dauercamper sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Brandenburg: Touristen müssen bis Mittwoch raus

Touristen, die sich in Brandenburger Hotels oder Pensionen aufhalten, müssen bis kommenden Mittwoch abreisen. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD nach der Sondersitzung des Kabinetts mit. Es werde bis Ende November untersagt, Gäste zu touristischen Zwecken zu beherbergen. "Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Einschränkungen hart sind", sagte Woidke. Er sei aber überzeugt, dass sie notwendig seien. Das Verbot gelte nicht für die Vermietung von Ferienhäusern mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr. Hotels und Pensionen dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen.

Mecklenburg-Vorpommern: Abreiseregeln noch unklar

Der Dehoga-Verband Mecklenburg-Vorpommern meldete bei der Schweriner Landesregierung dringenden Klärungsbedarf über den weiteren Umgang mit Touristen an. Nach den bisherigen Äußerungen müssten Gäste ihre Unterkünfte am Montag verlassen, sagte Dehoga-Präsident Lars Schwarz. Nun aber habe Wirtschaftsminister Harry Glawe mit einer Äußerung beim Sender NDR 1 Radio MV für Verwirrung gesorgt. Danach müssten Urlauber, die bereits im Land sind, am Montag nicht aus ihren Hotels oder Ferienwohnungen ausgewiesen werden. Alle Betreiber von Hotels oder anderen Unterkünften bräuchten nun schnell eine klare Aussage der Landesregierung, was nun gilt und wie damit umgehen ist, sagte Schwarz. Am Nachmittag trat das Kabinett zusammen, um über die neue Verordnung zu beraten.

Schleswig-Holstein: Abreise bis spätestens 2. November

Zuerst hatte das Bundesland Schleswig-Holstein seine Abreiseregeln bekannt gemacht. Aus Kiel hieß es, Touristen müssten spätestens bis zum 2. November aus Schleswig-Holstein abreisen. Für Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen gelte eine Frist bis zum 5. November wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen, teilte die Landesregierung weiter mit und verwies auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse für einen Teil-Lockdown im November.

Daran gab es am Nachmittag bereits Kritik. Touristen sollten in Schleswig-Holstein ihren Urlaub auch noch nach dem Start des Teil-Lockdowns zu Ende machen können, forderten die SPD und die IHK Schleswig-Holstein. Der Kieler Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU solle seinem sozialdemokratischen Amtskollegen aus Niedersachsen Stefan Weil folgen und auch schleswig-holsteinischen Urlaubern - zum Beispiel auf Amrum, Fehmarn oder in der Holsteinischen Schweiz - erlauben, ihren Urlaub zu Ende führen zu dürfen, sagte SPD-Tourismusexpertin Regina Poersch in Kiel.

Aus anderen Bundesländern lagen die Beschlüsse der Landesregierungen am frühen Abend noch nicht vor. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf einen weitreichenden vierwöchigen teilweisen Teil-Lockdown verständigt, um den starken Anstieg an Corona-Infektionen zu bremsen. Betroffen ist in erster Linie der Freizeit-, Gastronomie-, Sport- und Kulturbereich. Ein Verbot touristischer Reisen innerhalb Deutschlands ist ebenfalls Teil des Maßnahmenpakets, das vom 2. November bis zum 30. November gilt. Hotels und ähnliche Betriebe dürfen keine Gäste beherbergen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa