Politik

Königin von Kanada und Tuvalu Das weltweite Reich von Elizabeth II.

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Queen Elizabeth II. besuchte 1966 Barbados - inzwischen hat sich das Land von der britischen Krone losgesagt.

(Foto: imago stock&people)

Die Königin ist tot, lang lebe der König. Charles III. ist Elizabeth II. auf den Thron gefolgt. Doch nicht nur das Vereinigte Königreich aus Großbritannien und Nordirland bekommt damit ein neues Staatsoberhaupt, sondern auch andere Staaten rund um die Welt.

Mit dem Tod von Elizabeth II. verliert nicht nur das Vereinigte Königreich aus Großbritannien und Nordirland seine Königin. Auch andere Staaten weltweit trauern um ihr Staatsoberhaupt. Denn die Queen war Monarchin in Ländern rund um den Globus. Dazu zählen große Länder wie Australien und Kanada, aber auch winzige Inselstaaten wie Antigua und Barbuda oder St. Kitts und Nevis.

In 15 sogenannten Commonwealth Realms war Elizabeth II. formal Staatsoberhaupt. Allerdings nicht als britische Königin. Stattdessen trug sie in Personalunion für jedes Land einen eigenen Titel: als Königin von Jamaika, von Neuseeland oder Tuvalu. Erst 2021 verlor sie übrigens eine Krone: Barbados sagte sich von der Monarchin los und wurde am 30. November zur Republik.

Allerdings war Elizabeth II. die Königin eines schwindenden Empires. Schon als sie den Thron bestieg, war das britische Weltreich stark geschrumpft. Die Kronkolonie Indien hatte sich etwa 1947 losgesagt. Nach 1952 ging der Prozess der Dekolonisation weiter, beschleunigte sich noch in den 60er- und 70er-Jahren, als vor allem afrikanische Staaten ihre britische Kolonialherrschaft abschüttelten.

Viele dieser ehemaligen Kolonien hatten sich in einem langen Prozess ihre politische Unabhängigkeit von Großbritannien erkämpft. Einige von ihnen wurden Republiken, sagten sich also vollständig von der britischen Krone los. So wurde etwa 1956 Pakistan eine Islamische Republik, 1960 folgte Ghana, bis in die 1970er-Jahre dann auch Südafrika, Tanganjika, Nigeria, Uganda, Kenia, Malawi, Gambia und Sierra Leone. Auch Guyana folgte diesem Weg, ebenso wie Malta und später Trinidad und Tobago.

Generalgouverneur vertrat Monarchin

Andere ehemalige Kolonien wollten den Monarchen jedoch verbunden bleiben, indem sie britische Könige oder Königinnen als ihre eigenen Staatsoberhäupter anerkannten. Staatsrechtlich handelt es sich bei diesen Realms um parlamentarische Monarchien, die meist ähnlich organisiert sind wie Großbritannien, also mit einem starken Parlament samt Premier.

Anders als im Mutterland übte Elizabeth II. ihr Amt als Monarchin in den Realms aber nicht nur politisch machtlos, sondern auch repräsentativ sehr eingeschränkt aus. Vertreten wurde sie - und wird nun ihr Nachfolger Charles III. - in den Staaten jeweils von einem Generalgouverneur, den sie zwar formal bestätigte, aber nicht mehr vorschlagen konnte. Und der oft kein Brite mehr sein darf, sondern aus dem Land selbst kommt. Dieser Vertreter übernimmt auch die protokollarischen Aufgaben des Staatsoberhaupts.

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Staatsrechtlich sind die ehemaligen Kolonien, sowohl die Republiken als auch die konstitutionellen Monarchien, untereinander und gegenüber dem Vereinigten Königreich vollkommen gleichgestellt. Allerdings können nur Bürger der Realms von der britischen Krone in den Adelsstand erhoben werden.

Zusammen bilden Großbritannien, seine ehemaligen Kolonien sowie einige andere Länder den Commonwealth of Nations, eine lose Verbindung souveräner Staaten. Insgesamt gehören derzeit 56 Länder dem Commonwealth an. Die Zahl schwankt aber, da Staaten etwa wegen Fehlverhalten suspendiert werden können oder auch aus eigenem Antrieb austreten. Queen Elizabeth II. fungierte bis zu ihrem Tod als Oberhaupt dieses Commonwealth. Auch hier folgt ihr nun Charles III.

Quelle: ntv.de

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