Sieg bei Senats-Nachwahl Demokrat Rehmet fügt Republikanern in Texas krachende Niederlage zu

Es scheint eine lokale Petitesse zu sein, die hat es allerdings in sich. Bei der Nachwahl um einen Sitz im texanischen Senat triumphiert Demokrat Taylor Rehmet deutlich. Bei den Präsidentschaftswahlen entscheidet Republikaner Trump den Bezirk noch klar für sich.
Die US-Demokraten haben bei der Nachwahl für einen Sitz im texanischen Senat den Republikanern eine empfindliche Niederlage zugefügt. Taylor Rehmet konnte laut CNN den Sitz mit gut 14 Prozentpunkten Vorsprung gegenüber Leigh Wambsganss erringen. Die Wahl wurde notwendig, weil der republikanische Vertreter im 9. Bezirk im Raum Fort Worth einen anderen Posten antrat.
Besonders pikant für die unterlegenen Republikaner: Bei der Präsidentschaftswahl 2024 hatte Donald Trump den Bezirk noch mit 17 Prozentpunkten Vorsprung vor seiner demokratischen Gegenkandidatin, Kamala Harris, gewonnen. Nun drehte Demokrat Rehmet das Ergebnis vollständig - um 31 Prozentpunkte zugunsten seiner Partei. Laut CNN handelt es sich um eines der besten Ergebnisse der Partei bei derartigen Sonderwahlen.
Auf X bedankt sich Rehmet für das in ihn gesetzte Vertrauen. Er schrieb: Seine Kampagne habe gezeigt, was möglich ist, wenn man sich auf Themen konzentriert, die für arbeitende Familien wichtig sind.
Dabei hatte US-Präsident Trump die Kandidatin seiner Partei zuvor noch mit Postings auf seinem Portal Truth Social gestützt und zu ihrer Wahl aufgefordert. Verhindern konnte er die krachende Niederlage gegen den Gewerkschafter und Luftwaffenveteran Rehmet hingegen nicht.
Als er nach der sich abzeichnenden Niederlage von Wambsganss dazu befragt wurde, ging der US-Präsident auf Distanz. Er sagte, er habe damit nichts zu tun. "Das ist eine lokale Wahl in Texas". Stattdessen erklärte er, er habe mit 17 Prozentpunkten gewonnen, und "diese Person" habe verloren. So etwas passiere halt. Den Namen der republikanischen Kandidatin nahm Trump nicht in den Mund. Stattdessen behauptete er, die Demokraten würden die Grenzen wieder öffnen wollen und die Kriminalität würde zunehmen. Aktuell sei die Kriminalitätsrate der USA auf dem niedrigsten Stand seit 125 Jahren, so der US-Präsident.
Diese Behauptung ist allerdings falsch. Es gibt Angaben, dass die Mordrate in Großstädten auf einem Tiefststand seit 125 Jahren ist. Dabei handelt es sich aber um Schätzungen. Zudem hat dies zunächst wenig mit der Politik der aktuellen US-Regierung zu tun. Die Mordraten sanken bereits in den Jahren vor Antritt der neuen US-Regierung, nachdem sie zu Beginn der Corona-Pandemie deutlich anstiegen. Darüber hinaus ist die Kriminalität allgemein - auf die bezog sich der US-Präsident - in US-Großstädten in den letzten Jahren rückläufig. Trump behauptete in der Vergangenheit allerdings stets das Gegenteil. Dies diente ihm mehrfach als Begründung dafür, die Nationalgarde in von Demokraten regierten Städten einsetzen zu können.
Insgesamt ist der texanische Senat allerdings klar von den Republikanern dominiert. Von den 31 Sitzen haben die Republikaner 18 inne, die Demokraten nach Rehmets Sieg dagegen 12 Sitze. Der Sitz im 4. Bezirk ist vakant.