Politik

Lauterbach warnt vor Aerosolen Demos ein "Sargnagel" für Corona-Regeln

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In Berlin kamen deutlich mehr Menschen zur "Black Lives Matter"-Demo als erwartet.

(Foto: imago images/Sabine Gudath)

In Berlin gehen 15.000 Menschen nach dem Tod von George Floyd gegen Rassismus auf die Straße. Hygiene-Regeln in der Pandemie rücken in den Hintergrund. Für SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sind Großkundgebungen ein gefährlicher Infektionsherd. Er nennt Verbesserungsvorschläge.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der jüngsten Proteste gegen Rassismus die Einhaltung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen bei Massenkundgebungen angemahnt. "Solche Demonstrationen sind ein Sargnagel für die noch bestehenden Regeln", sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel" mit Blick auf eine Großkundgebung am Wochenende in Berlin.

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Karl Lauterbach schlägt Alarm.

Durch die lauten Sprechchöre seien Unmengen an Aerosolen auf engem Raum verteilt worden. "Für den Kampf gegen das Virus wäre es besser, nur mit Plakaten und Bannern zu demonstrieren", sagte Lauterbach. Er fürchte, dass durch die Wirkung der Bilder auf den Rest der Bevölkerung die Erfolge des "sehr effektiven Lockdowns" in der Corona-Krise aufs Spiel gesetzt würden. "Viel zu viele Leute, zu wenige Masken, zu wenig Abstand - das ideale Super-Spreading-Event", kritisierte Lauterbach.

Auf dem Alexanderplatz in Berlin hatten am Samstag 15.000 Menschen friedlich gegen Rassismus demonstriert. Auf Intervention der Polizei beendeten die Veranstalter die Demonstration allerdings wegen der großen Menschenmenge vorzeitig. Angesichts der hohen Teilnehmerzahl war die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln nicht mehr möglich gewesen.

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA hatten am Samstag bundesweit Zehntausende Menschen gegen Rassismus und Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe protestiert.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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