ntv Koalitionsrechner Wer mit wem in Stuttgart?

In Baden-Württemberg zieht sich der Wahlabend bis tief in die Nacht: Wie sehen die neuen Mehrheitsverhältnisse im Stuttgarter Landtag aus? Welche Bündnisse wären rein rechnerisch möglich? Ein Blick auf die neuen Koalitionsoptionen.
Überraschender Wahlausgang im Südwesten: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen einen knappen Wahlsieg errungen. Bei dem Urnengang im drittgrößten Bundesland waren rund 7,7 Millionen Menschen dazu aufgerufen, die politische Ausrichtung im Stuttgarter Landtag neu zu bestimmen.
Wie sehen die politischen Machtverhältnisse in Baden-Württemberg nach der Landtagswahl aus? Welche Regierungskonstellationen sind denkbar, welche Bündnisse realistisch?
Hinweis: Der Koalitionsrechner wurde am Wahlabend laufend aktualisiert.
Baden-Württemberg steuert aller Voraussicht nach auf eine Fortsetzung des bisher regierenden Zweierbündnisses zu: Grün-Schwarze Bündnis könnte sich auf eine solide Mehrheit im Landesparlament stützen. Grüne und Christdemokraten regieren in Stuttgart schon seit gut zehn Jahren, wobei die Grünen bisher bereits den Ministerpräsidenten stellten und die baden-württembergische CDU dabei als Juniorpartner zur Verfügung stand. In dem sich abzeichnenden Vier-Parteien-Landtag bietet die Fortsetzung der Koalition die einzige realistische Option.
Zwar konnte die AfD bei der Wahl wie bereits im Vorfeld erwartet deutliche Stimmenzuwächsen verbuchen. Eine tragfähige Mehrheit ist für Markus Frohnmaier, Spitzenkandidaten der Rechten, aber nicht in Reichweite. Laut vorläufigem Auszählungsergebnis kommt die AfD im Südwesten zwar auf 18,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Aussichten auf einen Koalitionspartner hat die "Alternative für Deutschland" aber nicht. Die CDU hat ein Bündnis mit der AfD wiederholt ausdrücklich ausgeschlossen. Ein Bündnis mit Grünen oder SPD stand auch für die AfD selbst nie zur Debatte.
Tragfähige Mehrheiten abseits von Grün-Schwarz sind nicht Sicht: Die SPD schaffte es bei der Landtagswahl nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP hat den Wiedereinzug ins Landesparlament verpasst. Die Linken blieb ebenfalls unter der entscheidenden Schwelle. Mit diesem Wahlausgang reicht es weder für Grün-Rot, noch für ein hypothetisches Bündnis der CDU mit der SPD.
Am Wahlabend selbst gab es noch keine Festlegungen. Bevor es zu Koalitionsverhandlungen kommt, stehen üblicherweise erste Sondierungsgespräche an. Etwaige Einladungen dazu spricht in der Regel der Wahlsieger aus - in diesem Fall wäre das Cem Özdemir von den Grünen.
Wahlgewinner Özdemir rief die CDU bereits zu einer neuerlichen Zusammenarbeit auf. Auf den Erfolgen der gemeinsamen Regierungsjahre in Baden-Württemberg solle man aufbauen, sagte er vor Anhängern. "Der Maßstab sollten die letzten zehn Jahre sein und die Erfolge, die wir eingefahren haben", sagte der Spitzenpolitiker der Grünen. Er strebe eine "Partnerschaft auf Augenhöhe" an.