Politik

Bombenterror in Sri Lanka Deutsch-Amerikaner stirbt bei Anschlägen

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Zerstörung hinterlässt ein Bombenanschlag auf das Hotel Shangri-la in Colombo.

(Foto: dpa)

Bei den Anschlägen in Sri Lanka stirbt auch ein Mensch mit deutschem Pass. Das Opfer hat laut Auswärtigem Amt neben zudem einen US-amerikanischen Ausweis. Weitere Todesopfer aus Deutschland sind bisher nicht bekannt. Die Regierung Sri Lankas sieht Islamisten als Drahtzieher der Angriffe.

Eines der Todesopfer der Anschläge auf Sri Lanka hatte nach Informationen des Auswärtigen Amtes neben dem US-amerikanischen auch einen deutschen Pass. Soweit bisher bekannt, seien keine weiteren Deutschen unter den Opfern, teilte das Außenministerium weiter mit.

Unterdessen haben mehrere große deutsche Reiseveranstalter gemeldet, ihre Gäste hätten die Anschläge unbeschadet überstanden. Die Veranstalter Tui und DERtour teilten mit, dass es für alle ihre Gäste, die derzeit auf der Tropeninsel Urlaub machen, Entwarnung gegeben hätte. "Wir haben alle Gäste erreichen können, sie sind wohlauf", hieß es bei beiden Veranstaltern. DER Touristik hat derzeit nach eigenen Angaben eine "knappe vierstellige" Zahl von Gästen auf Sri Lanka. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt hat auch einige Hotels im Angebot, die zum Anschlagsziel wurden.

Tui in Hannover bestätigte die bisherige Annahme, dass keine Gäste des Reiseveranstalters von den Explosionen betroffen seien. Die derzeit etwa 150 Tui-Urlauber auf Sri Lanka seien auf dem Handy oder über die Reiseleitungen vor Ort erreicht worden. Alle wollten ihren Urlaub dort fortsetzen, sagte eine Tui-Sprecherin. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte am Sonntag mitgeteilt, keine Gäste in den betroffenen Hotels zu haben. "Wir rechnen weiter mit erheblichen Einschränkungen", sagte eine Sprecherin weiter.

Drei Niederländer unter den Toten

Nach Polizeiangaben wurden bei den Anschlägen am Ostersonntag mindestens 290 Menschen getötet, darunter mindestens 35 Ausländer aus mehreren Ländern. Unter den getöteten Ausländern sind laut dem Außenministerium in Den Haag auch drei Niederländer. Demnach wurden eine 48 Jahre alte Frau und ein zwölfjähriges Mädchen durch eine Explosion in ihrem Hotel getötet. Diese seien bei der Identifizierung weiterer Opfer bekannt geworden. Am Sonntag hatte die Behörde mitgeteilt, dass eine 54-jährige Niederländerin umgekommen ist. Zudem wurden bei den Anschlägen etwa 500 weitere Menschen verletzt, die meisten davon sind noch im Krankenhaus. Unter den Opfern sind viele Christen, die in den betroffenen Kirchen den Ostergottesdienst feierten.

Die Anschläge gehen nach Einschätzung der Regierung auf das Konto einer einheimischen radikal-islamischen Gruppe. Die Regierung ist jedoch überzeugt, dass die verdächtigte Gruppe National Thowheeth Jamaath die Attacken vom Ostersonntag nur mit Unterstützung eines internationalen Netzwerks verübt haben kann, wie ein Sprecher sagte.

Kabinettssprecher Rajitha Senaratne sagte, es habe vor den Attacken Hinweise auf Anschlagspläne der Gruppe gegeben. Erste Informationen über mögliche Anschläge auf Kirchen und Touristenziele hätten der Polizei bereits am 4. April vorgelegen. "Wir glauben nicht, dass diese Angriffe von einer Gruppe von Menschen verübt wurden, die auf dieses Land begrenzt waren", sagte er. "Es gab ein internationales Netzwerk, ohne dass diese Angriffe nicht gelungen wären." Die Motive der Attentäter waren auch am Montagmorgen noch unklar.

Verbindung von Attentätern ins Ausland?

Nach Polizeiangaben wurden 24 Verdächtige festgenommen, die verhört würden. Islamistische Terrorangriffe hatte es bisher in dem tropischen Inselstaat nicht gegeben. Nur rund zehn Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Muslime, die Mehrheit sind Buddhisten.

Premiermister Ranil Wickremesinghe erklärte, Sri Lanka wolle mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft möglichen Verbindungen der Attentäter ins Ausland auf den Grund gehen. Nach seinen Worten stammten alle Festgenommenen aus Sri Lanka. Dem Geheimdienst Sri Lankas hätten Hinweise auf einen möglichen Anschlag vorgelegen. Es müsse untersucht werden, warum keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen worden seien.

Um 23 Uhr sendet n-tv ein News Spezial zum Bombenterror in Sri Lanka.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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