Politik

Gewerkschaft: "Kein Mann mehr übrig" Deutsche Polizisten für Sloweniens Grenze

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Laut Polizeigewerkschaft ist die Bundespolizei mit der Sicherung der deutschen Grenzen derzeit voll ausgelastet.

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung hat den Balkanländern versprochen, bei deren Grenzsicherung zu helfen. Dafür will sie Bundespolizisten aus Deutschland schicken. Doch die sind aufgrund des Flüchtlingsandrangs hier voll ausgelastet.

Deutsche Polizeibeamte sollen in den kommenden Tagen nach Slowenien reisen, um das kleine EU-Land bei der Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen zu unterstützen. "Es ist klar, dass wir uns beteiligen werden", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der "Mitteldeutschen Zeitung". "Aber ich weiß noch nicht, in welcher Größenordnung."

Die Teilnehmer eines Sondergipfels zur Flüchtlingskrise hatten am Sonntag in Brüssel unter anderem beschlossen, binnen einer Woche 400 Grenzschützer nach Slowenien zu schicken. In dem Land kamen zuletzt zehntausende Flüchtlinge an, nachdem Ungarn seine Grenzen zu Serbien und Kroatien mit einem Zaun geschlossen hatte.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu am Montag, die EU-Grenzschutzagentur Frontex werde bei der Hilfe für Slowenien "sehr stark" eingebunden. "Es werden aber auch einzelne Regierungen bereit sein, da personell zu unterstützen", fügte Seibert hinzu, ohne auf eine deutsche Beteiligung zu verweisen. "Das wird sich in den nächsten Tagen in den europäischen Kontakten, die jetzt dazu stattfinden, konkretisieren müssen."

Der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, warnte vor einer Überlastung der Bundespolizei. Die Entsendung von Kollegen nach Slowenien komme faktisch nicht mehr in Betracht, ohne dass andernorts Lücken entstünden, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Die Bundespolizei ist an der Grenze. Wir haben keinen Mann mehr über."

Die rund 38.000 Beamten der Bundespolizei werden zur Grenzsicherung sowie an Bahnhöfen und Flughäfen eingesetzt. Von ihnen sind gegenwärtig 2200 an der deutsch-österreichischen Grenze - viermal so viel wie sonst. 40 Beamte gehören zur Zeit zur europäischen Grenzschutzagentur Frontex, weitere zehn Bundespolizisten sind jeweils nach Albanien und Serbien entsandt.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP