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Bestätigung aus dem Pentagon Deutscher Dschihadist Zammar festgesetzt

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Soldaten der Syrischen Demokratischen Kräfte gehen an der Front in Al-Rakka während Gefechten mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durch einen zerstörten Straßenzug.

(Foto: picture alliance / Morukc Umnabe)

Eigentlich verurteilt ein Gericht den syrischstämmigen deutschen Dschihadisten Mohammed Haydar Zammar zu zwölf Jahren Haft wegen Mitgliedschaft bei den Muslimbrüdern. Mit dem Beginn des Syrien-Konflikts ist er vier Jahre später auf freiem Fuß - bis jetzt.

Das US-Verteidigungsministerium hat die Festsetzung des deutschen Dschihadisten Mohammed Haydar Zammar in Syrien bestätigt. "Wir können bestätigen, dass Mohammed Haydar Zammar, ein syrischstämmiger deutscher Staatsbürger, vor mehr als einem Monat von SDF-Partnern gefangengenommen wurde", erklärte ein Pentagon-Sprecher mit Blick auf die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die aus arabischen und Kurdenkämpfern bestehende Truppe wird von den USA im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt.

Ein ranghoher Kurdenkommandeur hatte am Mittwoch gesagt, dass Zammar festgesetzt worden sei und verhört werde. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es zunächst, es liege ein "unbestätigter Hinweis" vor, wonach sich Zammar "in Gewahrsam von Anti-IS-Kräften in Syrien befinden soll". Zammar war ein enger Vertrauter der Hamburger Gruppe um die Flugzeugattentäter des 11. September 2001. Ende 2001 setzte er sich nach Marokko ab. Dort wurde er vom US-Geheimdienst CIA verschleppt und an die syrischen Behörden übergeben, die ihn ins Gefängnis sperrten.

Ein syrisches Gericht verurteilte Zammar 2007 zu zwölf Jahren Haft wegen Mitgliedschaft bei den Muslimbrüdern. Vier Jahre später begann der Syrien-Konflikt, und viele islamistische Gefangene wurden freigelassen oder brachen aus dem Gefängnis aus und schlossen sich dschihadistischen Gruppen an. Der Kurdenkommandeur machte keine Angaben dazu, ob Zammar aktiv als Mitglied einer extremistischen Gruppe in Syrien gekämpft hat.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

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