Politik

Infos an China weitergegeben? Deutscher Ex-Diplomat unter Spitzelverdacht

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Der Hauptverdächtige soll früher eine Führungsposition in der EU-Kommission innegehabt haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Befürchtungen, dass China Deutschland und die EU ausspionieren könnte, gibt es immer wieder. Nun gibt es offenbar einen konkreten Verdacht: Der Generalbundesanwalt ermittelt einem Bericht zufolge gegen einen Ex-Diplomaten der EU.

Ein ehemaliger EU-Diplomat aus Deutschland und zwei Mitarbeiter einer bekannten deutschen Lobbyfirma sind offenbar wegen des Verdachts der Spionage für China ins Visier der Ermittlungen von Generalbundesanwalt Peter Frank geraten. Wie der "Spiegel" berichtet, werden zwei der Männer verdächtigt, dem chinesischen Ministerium für Staatssicherheit Informationen geliefert zu haben - sowohl privater als auch geschäftlicher Natur. Der dritte Mann erklärte sich demnach nur dazu bereit, solche Informationen weiterzugeben.

Neun Objekte in Berlin, Brüssel, Baden-Württemberg und Bayern werden dem "Spiegel" zufolge seit dem frühen Morgen im Auftrag der Bundesanwaltschaft durchsucht. Dabei soll es sich um Wohnungen und Büros der Beschuldigten handeln.

Die Verdächtigen sollen frühere Mitarbeiter der EU-Kommission sein. Ein Mann soll eine Führungsposition in Brüssel innegehabt haben. Später war er laut "Spiegel" als Diplomat des Europäischen Auswärtigen Dienstes in mehreren Staaten Botschafter der EU. 2017 soll er dann in eine bekannte Lobbyfirma gewechselt sein - und zeitgleich damit angefangen haben, Informationen an seinen chinesischen Führungsoffizier weiterzugeben. Die beiden anderen Verdächtigen sollen von ihm angeworben worden sein. Einer der Lobbyisten reiste demnach für ein Treffen mit dem mutmaßlichen Führungsoffizier nach China.

Dass China groß angelegte Spionage in Deutschland und Europa betreibt, wird immer wieder befürchtet. Den Ermittlern gelingt es allerdings selten, Pekings Geheimdienste und chinesische Spione auffliegen zu lassen.

Quelle: ntv.de, ftü