Politik

Wegen Terrorismus Deutscher Taliban muss sechs Jahre in Haft

101225187.jpg

In Afghanistan soll Thomas K. auch in der berüchtigten "Roten Einheit" gedient haben.

(Foto: picture alliance / Ho/Planet Pix)

Am Hindukusch kämpft Thomas K. in den Reihen der Taliban. Für die Islamisten baut er Sprengsätze und kundschaftet Anschlagsziele aus, bis ihn afghanische Spezialkräfte festnehmen. Nun muss er mehrere Jahre ins Gefängnis - trotz massiver psychischer Probleme.

Ein deutscher Kämpfer der Taliban ist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Düsseldorf sprach den Islamisten unter anderem schuldig, fünf Jahre lang der als ausländische terroristische Vereinigung eingestuften Gruppierung angehört zu haben. Zuvor hatte der 37-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. Den ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes sah das Gericht als nicht erfüllt an.

Der in Polen geborene und im Raum Worms in Rheinland-Pfalz aufgewachsene Deutsche war im Februar von Spezialkräften im Süden Afghanistans gefangen genommen worden. Den Ermittlungen zufolge war er im August 2012 nach Pakistan gereist und hatte fünf Jahre lang in den Reihen der Taliban gekämpft.

Laut Anklage war er in einer für Selbstmordanschläge zuständigen Einheit eingesetzt, baute Sprengsätze und kundschaftete mögliche Anschlagsziele aus. Außerdem habe er ein Propaganda-Video für die Taliban hergestellt, auf dem er selbst bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt der afghanischen Armee und beim Abfeuern einer Mörsergranate zu sehen sei. 2017 sei der Angeklagte zur Taliban-Elitetruppe "Rote Einheit" in der afghanischen Provinz Helmand gewechselt.

Der Angeklagte hatte ausgesagt, an massiven psychischen Problemen zu leiden. Er sei deswegen bereits früher in einer Psychiatrie gewesen und mit 25 Jahren frühverrentet worden. Ein Psychiater hatte ihn dennoch als voll schuldfähig eingestuft.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

Mehr zum Thema