Einsatz in Straße von Hormus?Deutsches Minenjagdboot "Fulda" bricht Richtung Mittelmeer auf

Angesichts des Konflikts um die Straße von Hormus stationiert Deutschland ein Schiff. Ein direkter Einsatzbefehl steht allerdings noch aus. Er ist aber an eine entscheidende politische Forderung gebunden. An Bord befinden sich spezialisierte Taucher und ferngelenkte Drohnen.
Mit Blick auf einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus läuft das Minenjagdboot "Fulda" der deutschen Marine am heutigen Montag um 14 Uhr vom Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung Mittelmeer aus. Die Verlegung dient nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums der Vorausstationierung. Ein Einsatz in der Straße von Hormus setzt ein Mandat des Bundestags voraus. Sollten die Parlamentarier grünes Licht geben, wäre das Schiff somit bereits näher am Einsatzort.
Ein Mandat wird nach aktuellem Stand aber nur dann erteilt, wenn sich die Sicherheitslage deutlich verbessert. "Das bedeutet, dass wir einen belastbaren Waffenstillstand in der Region brauchen in dem Konflikt. Ohne das werden wir kein Mandat ausstellen", sagte CDU-Politiker Bastian Ernst aus dem Verteidigungsausschuss dem NDR. Die Entscheidung, wann die Lage sicher genug für den Einsatz ist, treffen demnach das Verteidigungsministerium, sicherheitspolitische Experten und Partner in Europa und der NATO gemeinsam.
Spezialisierte Minentaucher an Bord
Zunächst wird die "Fulda" aus einem Nato-Einsatz in der Nord- und Ostsee herausgelöst und soll im Mittelmeer erst einmal in einen Nato-Minenabwehrverband eingegliedert werden. Am Sonntag hatte Bundesaußenminister Johann Wadephul seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi aufgefordert, die für den Ölhandel wichtige Meerenge, die seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran faktisch blockiert ist, "sofort freizugeben".
An Bord des Minenjagdboots sind laut NDR rund vierzig Marinesoldaten, darunter spezialisierte Minentaucher. Ihre Aufgabe ist es laut Marine, Seeminen im Wasser aufzuspüren und zu entschärfen. Dabei behilflich sind zum Beispiel ferngelenkte Drohnen, die große Gebiete systematisch absuchen können. Sogenannte Sonarsysteme können dabei Schallwellen senden und empfangen und dabei Objekte, wie zum Beispiel Seeminen, orten.
Sollte es tatsächlich zu einem Einsatz in der Straße von Hormus kommen, würde die "Fulda" offenbar nicht allein operieren. Geplant sind dem Sender zufolge ein geschützter Verband mit weiteren Einheiten. Dazu könnten eine Fregatte zur Luftabwehr, ein Versorgungsschiff sowie ein Überwachungsflugzeug der Marine gehören. Diese Kräfte würden den Einsatz absichern und die Lage aus der Luft und auf See überwachen. Am Ende entscheidet der Bundestag über die genaue Dauer und den Umfang des Einsatzes.