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Die meisten Flüchtlinge, die in die EU kommen, kommen später nach Deutschland. Das zeigt eine Statistik der Behörde Eurostat.
Die meisten Flüchtlinge, die in die EU kommen, kommen später nach Deutschland. Das zeigt eine Statistik der Behörde Eurostat.(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)
Donnerstag, 19. April 2018

325.400 Menschen erhalten Schutz: Deutschland nimmt die meisten Asylbewerber

60 Prozent der Menschen, die im vergangenen Jahr in die EU flüchteten, kamen in Deutschland unter. Das gibt die Statistikbehörde der Europäischen Union bekannt. Erst mit deutlichem Abstand folgen die anderen EU-Staaten.

Knapp 540.000 Asylbewerber haben im vergangenen Jahr in der EU Schutz erhalten, 60 Prozent davon allein in Deutschland. Von den 325.400 Asylbewerbern in Deutschland wurden nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat rund 154.000 als Flüchtlinge anerkannt, rund 120.000 Personen erhielten einen vorläufigen Schutz. Rund 50.000 Menschen erhielten einen positiven Asylentscheid aus humanitären Gründen, teilte Eurostat mit.

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Mit deutlichen Abstand folgen Frankreich (40.600), Italien (35.100), Österreich (34.000) und Schweden (31.200). Die wenigsten Asylbewerber wurden in der Slowakei (60), Estland (95) und Tschechien (145) aufgenommen. Polen und Ungarn, die die Flüchtlingspolitik der EU sehr kritisch sehen, erkannten 560 respektive 1300 Personen an.

Deutschland war auch im Verhältnis zur Bevölkerung das Land mit den meisten Anerkennungen. Hier wurde pro eine Million Einwohner 3945 Menschen Schutz gewährt. Schlusslichter waren die osteuropäischen Staaten Slowakei (zehn Anerkennungen pro eine Million Einwohner), Tschechien und Polen (je 15 Anerkennungen). Ungarn, das sich gleichfalls gegen eine EU-weite Umverteilung von Asylbewerbern wehrt, kam immerhin auf 130 Anerkennungen pro Million Einwohner.

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien

Die größte Gruppe der Flüchtlinge in der EU kam mit rund 176.000 erneut aus Syrien. Aus Afghanistan brachten sich rund 100.000 Menschen in die EU in Sicherheit, aus dem Irak rund 64.000. Insgesamt nahm die Zahl der erfolgreichen Asylbewerber gegenüber 2016 um ein Viertel ab.  

Zusätzlich nahmen die EU-Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr fast 24.000 Menschen auf, die direkt aus Krisengebieten umgesiedelt wurden. Hier stand Großbritannien mit 6210 Menschen an der Spitze, gefolgt von Schweden (3410) und Deutschland (3015). An der freiwilligen Umsiedlung beteiligten sich nur 18 der 28 EU-Staaten.

Quelle: n-tv.de