Politik

Islamisten "an Taten messen" Deutschland verhandelt mit den Taliban

257742533.jpg

Die Taliban patrouillieren auf Afghanistans Straßen, um für Sicherheit zu sorgen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Afghanistan steht kurz vor einer Hungerkatastrophe. Die Taliban bemühen sich um humanitäre Hilfe, damit die Wirtschaft nicht kollabiert. Nach US-Vertretern sprechen nun auch deutsche Delegierte mit den Fundamentalisten - und stellen mehrere Forderungen an sie.

Eine deutsche Delegation hat mit hochrangigen Taliban-Vertretern in Katar über sichere Ausreisemöglichkeiten für Menschen in Afghanistan verhandelt, "für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt". Das teilte das Auswärtige Amt mit. Bei den Gesprächen in Doha sei auch über die "Einhaltung von Menschen- und insbesondere Frauenrechten, der inklusiven Ausgestaltung des politischen und gesellschaftlichen Prozesses sowie Fragen der Sicherheit und der terroristischen Bedrohung ausgehend von afghanischem Boden" gesprochen worden.

Die Delegation habe erneut betont, "dass die Bundesregierung mit Blick auf zukünftiges Engagement die Taliban an ihren Taten und nicht an ihren Worten messen wird". Zudem haben die Taliban für Dienstag Gespräche mit EU-Vertretern angekündigt. Das Treffen finde in Doha statt, sagte der amtierende Taliban-Außenminister Amir Chan Muttaki in der katarischen Hauptstadt.

Am Wochenende waren in Doha erstmals seit dem US-Rückzug aus Afghanistan Vertreter der USA und der Taliban persönlich zusammengekommen. Nach US-Angaben konzentrierten sich die zweitägigen Gespräche auf "Sicherheits- und Terrorismusfragen". Weitere Schwerpunkte waren demnach die Menschenrechtslage sowie die "Beteiligung von Frauen und Mädchen an allen Aspekten der afghanischen Gesellschaft". Die Taliban waren im August rund 20 Jahre nach dem Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan wieder an die Macht gekommen.

Die Islamisten bemühen sich seitdem um die internationale Anerkennung ihrer Übergangsregierung sowie um humanitäre Hilfe, um eine Hungerkatastrophe in dem von ausländischen Entwicklungsgeldern abhängigen Land zu verhindern. Es zeichnet sich eine schwere humanitäre Krise ab, die UN sehen die Wirtschaft kurz vor dem Kollaps. Eine Dürre in dem Land und der anstehende Winter mit steigenden Treibstoffpreisen verschärften die Situation weiter.

Quelle: ntv.de, lve/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.