Politik

n-tv Frühstart mit Brinkhaus "Die Dienstpflicht ist ein schöner Gedanke"

Die CDU debattiert heute über die Idee einer Dienstpflicht. Parteichefin Kramp-Karrenbauer hatte den Vorschlag eingebracht. Kritik daran kam bereits von ranghohen Parteikollegen. Nun stellt sich Unions-Fraktionschef Brinkhaus hinter sie.

Der Unionsfraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus unterstützt CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Idee einer möglichen Dienstpflicht. "Der Gedanke ist eigentlich ein schöner Gedanke, dass man ein Jahr seines Lebens der Gesellschaft widmet", sagte er im n-tv Frühstart. "Ich glaube, das war gar nicht so schlecht mit der Wehrpflicht und dem Zivildienst, der daraus hervorgegangen ist", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die in Deutschland 2011 abgeschaffte Wehrpflicht.

Er betonte aber auch, dass eine Umsetzung "nicht ganz einfach" sei. "Auf der anderen Seite, und da wird heute darüber gesprochen bei der CDU, ist es auch nicht ganz trivial. Es muss geprüft werden, ob das Grundgesetz geändert werden muss." Hinsichtlich der Bedenken ranghoher CDU-Politiker, namentlich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, sagte Brinkhaus: "Mit der Pflicht, da haben die beiden darauf hingewiesen, wird es nicht ganz einfach." Einen größeren Konflikt sieht er aber nicht. "Ich glaube nicht, dass es eine Sache ist, die etwas mit Armin Laschet versus Annegret Kramp-Karrenbauer zu tun hat."

Auch lobte Brinkhaus die Initiative der Parteichefin Kramp-Karrenbauer. "Man muss als Politikerin oder Politiker auch mal einen Stein ins Wasser werfen, mal einen Vorschlag machen, bei dem man nicht hundertprozentig weiß, wie der realisierbar ist. Es wird immer gesagt, wir wagen zu wenig, wir gehen zu wenig ins Risiko. Das macht sie jetzt, das machen wir als Union jetzt, und das finde ich gut", sagte Brinkhaus.

CDU diskutiert AKK-Idee in "Werkstattgespräch"

In der CDU-Zentrale befassen sich heute Experten in einem "Werkstattgespräch" mit einem verpflichtenden einjährigen Dienst für junge Menschen nach ihrer Schulzeit in einem gesellschaftlich relevanten, gemeinnützigen Bereich. Gegen die Idee gibt es allerdings sowohl innerhalb als auch außerhalb der Partei Vorbehalte.

2011 war in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst abgeschafft worden. Quasi als Ersatz für den Zivildienst wurde der Bundesfreiwilligendienst eingeführt. Zurzeit engagieren sich in diesem Dienst nach Angaben des zuständigen Familienministeriums jährlich etwa 40.000 Menschen.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa