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Russische S-400, deutsche Panzer Die Türkei rüstet auf

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Das russische Flugabwehrraketensystem S-400 sorgt für Ärger zwischen Ankara und Washington.

Die ersten Lieferungen des umstrittenen Raketenabwehrsystems aus Moskau treffen in der Türkei ein. Die Nato warnt, Ankara könne damit seine Bündnispartner verprellen. Unterdessen nehmen die Waffenlieferungen aus Deutschland in die Türkei wieder zu.

Die Nato hat das Mitgliedsland Türkei vor der Stationierung des russischen Raketenabwehrsystems S-400 gewarnt. "Wir sind besorgt angesichts der möglichen Konsequenzen", sagte ein Bündnissprecher in Brüssel. Für die Militärallianz sei es elementar, dass die Streitkräfte der Mitgliedstaaten im multinationalen Rahmen zusammenarbeiten können. Der Sprecher spielte damit darauf an, dass Bündnispartner wie die USA die Zusammenarbeit mit der Türkei einschränken wollen, wenn diese das russische Raketenabwehrsystem S-400 stationiert.

Die Regierung in Washington befürchtet unter anderem, dass Russland über die empfindlichen Radare der S-400 an Daten der neuen US-Tarnkappenflugzeuge F-35 gelangt. Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35 und soll eigentlich um die 100 Jets bekommen.

Die erste Lieferung des umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems S-400 ist an diesem Freitag in der Türkei angekommen. In den nächsten Tagen werden weitere Lieferungen erwartet. Die Türkei argumentiert, dass das russische System nur zur nationalen Verteidigung eingesetzt werden solle und Entscheidungen über Waffenkäufe eine nationale Angelegenheit seien.

Unterdessen sind auch die deutschen Waffenlieferungen in die Türkei gestiegen. Vom 1. Januar bis zum 5. Juni 2019 wurden für die Türkei 139 Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in einem Gesamtwert in Höhe von 23,26 Millionen Euro erteilt. Dies teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf Anfrage von n-tv.de mit.

Im letzten Jahr genehmigte die Bundesregierung insgesamt 58 Lieferungen an den Nato-Partner Türkei für 12,9 Millionen Euro. 2017 waren es 138 Genehmigungen in Höhe von 34,2 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de, cak/ AFP

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