Politik

Jung, stolz und links Diese Griechen haben das Oxi entschieden

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(Foto: picture alliance / dpa)

Oxi: 61,3 Prozent. Knapp zwei Drittel der Griechen haben beim Referendum am Sonntag mit Nein gestimmt und damit gegen das letzte Angebot der Geldgeber aus EU-Kommission. Ein unerwartet deutliches Ergebnis. Das griechische Meinungsforschungsinstitut "Public Issue" hat untersucht, welche Wählergruppen die Abstimmung entschieden haben. Der durchschnittliche griechische Nein-Wähler ist demnach zwischen 18 und 24 Jahren alt, Student oder arbeitslos, sehr stolz auf Griechenland, politisch links eingestellt und meist Syriza-Wähler. Das sind die detaillierten Ergebnisse der Umfragen:

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Vor allem die jungen Wähler haben am Sonntag mit Nein gestimmt. Besonders deutlich sind die Werte bei den 18- bis 24- (85 Prozent Nein) sowie den 25- bis 34-Jährigen (72,3). Nur bei den älteren Griechen über 65 Jahren gibt es keine Mehrheit für das Nein (44,9).

Bei der Untersuchung der Berufsgruppen fällt auf: Am höchsten ist die Zustimmung für ein Nein bei Studenten (85,2), Arbeitslosen (72,9) sowie Beschäftigten aus dem privaten (71,3) und öffentlichen Sektor (70,9). Die niedrigsten Werte finden sich bei Pensionären (48) sowie Fachkräften wie Professoren und Anwälten (49,9).

Auch der Lebensstandard hat einen großen Einfluss auf die Wahlentscheidung gehabt. Während Personen mit finanziellen Schwierigkeiten leicht überdurchschnittlich Nein ankreuzten (63,1-63,3), gibt es unter Menschen mit komfortablem Einkommen nur eine knappe Mehrheit (52,3).

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(Foto: Public Opinion)

 

Noch deutlicher wirkt sich der Faktor Nationalstolz aus. Mehr als zwei Drittel der Wähler, die sich als sehr stolze Griechen einstufen, haben mit Nein gestimmt (69,2). Unter denen, die angegeben haben, kein bisschen stolz zu sein, ist die Ablehnung nur gering (20,2).

Große Unterschiede lassen sich auch bei der politischen Ausrichtung feststellen. Unter Linken (91) und an Mitte-Links (73,6) orientierten Personen ist das Lager der Nein-Wähler besonders groß. Unter jenen Griechen, die sich eher Mitte-Rechts (17,2) oder Rechts (31,9) einordnen, finden sich dagegen überwiegend Ja-Wähler.

Dies bestätigt sich nur teilweise bei der Parteienpräferenz. Wähler der linken Syriza (87,3), der rechtsradikalen Goldenen Morgenröte (77,3), der kommunistischen Partei (86,9) und der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (78,5) erreichen teilweise extrem hohe Nein-Werte. Wenig Anziehungskraft entfaltete die Nein-Kampagne von Ministerpräsident Alexis Tsipras dagegen unter Anhängern der christdemokratischen Nea Dimokratia (20,4) und der sozialdemokratischen Pasok (19,6).

Quelle: n-tv.de, cro

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