Politik

Djir-Sarai im "ntv Frühstart" FDP-General: "Niemand muss in Deutschland frieren"

Die FDP zählt zu den Befürwortern einer Laufzeitverlängerung der letzten drei deutschen Atomkraftwerke. Im "Frühstart" bei ntv sagt Generalsekretär Djir-Sarai, warum er das für eine gute Idee hält. Außerdem weist er Warnungen zurück, dass die Lichter ausgehen könnten, sollte Deutschland aus der Gasverstromung aussteigen.

Die FDP bekräftigt ihre Forderung nach einem Ende der Gasverstromung in Deutschland und weist die Warnung des Wirtschaftsministeriums vor Blackouts zurück. "Das ist nicht richtig", sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai im "Frühstart" bei ntv. In einer Situation, in der Russland Energie als Waffe einsetze, sei es außerordentlich unklug, Gas einzusetzen, um Strom zu erzeugen. "Das ist aus meiner Sicht eine völlig falsche Strategie", sagte Djir-Sarai.

Die Politik könne eine mögliche Energiekrise verhindern. "Niemand muss in Deutschland frieren, niemand muss in Deutschland Sorge haben, dass Strom abgestellt wird", sagte Djir-Sarai. "Hier hat derzeit die Politik genügend Instrumente zur Verfügung." Davon solle sie Gebrauch machen.

"Brauchen AKW bis 2024"

Neben dem Ende der Gasverstromung fordert die FDP einen Weiterbetrieb der drei am Netz verbliebenen Atomkraftwerke bis 2024 und spricht sich damit gegen einen möglichen Streckbetrieb über die ersten drei Monate des kommenden Jahres aus. "Das ist nicht die Lösung des Problems", sagte Djir-Sarai: "Ich bleibe dabei: Wir werden das (die Atomkraftwerke, Anm. der Redaktion) weiterhin bis 2024 brauchen, um eine ernsthafte Krise und Energielücke in Deutschland zu vermeiden." Djir-Sarai wendet sich damit gegen Vorschläge des grünen Koalitionspartners, Kernkraft notfalls bis in den Frühling 2023 per Streckbetrieb weiter zu nutzen.

Es entstehe eine große Lücke, wenn auf die Potenziale der drei am Netz verfügbaren Kernkraftwerke verzichtet würde. "Wir haben das durchgerechnet und es ist völlig klar, dass weder Braunkohle noch Steinkohle noch erneuerbare Energien reichen werden", sagte Djir-Sarai. In der derzeitigen Situation sei Deutschland auch zu einer gesamteuropäischen Unterstützung verpflichtet. "In Europa versteht niemand, warum Deutschland ein Risiko eingeht", so Djir-Sarai. Es gehe nicht darum, erneut in die Kerntechnologie einzusteigen. Und es gehe auch nicht um die Debatte, wie sie in Frankreich geführt werde, ob neue Kernkraftwerke - möglicherweise der dritten und vierten Generation- gebraucht werden. "Wir wollen, dass die drei am Netz noch verfügbaren Kernkraftwerke für einen bestimmten Zeitraum weiterhin am Netz bleiben", so Djir-Sarai.

Die Sicherheitsbedenken des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung wischte Djir-Sarai vom Tisch. Die seien falsch. Beim TÜV sehe man das anders. Auf die Frage, ob die FDP die Deutschen mit einem Weiterbetrieb der AKW in Gefahr bringe, sagte er: "Nein, absolut nicht!"

Quelle: ntv.de, nla

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