Politik

Kanzlerfrage nicht auswalzen Dobrindt warnt Partei vor SPD-Effekt

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Wen Dobrindt als Merkels Nachfolger sieht, verrät er nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Die Debatte muss zur richtigen Zeit geführt werden und nicht jetzt", findet CSU-Politiker Alexander Dobrindt. Merkels Nachfolge dürfe noch nicht Thema sein. Tief sitzt offenbar die Angst, in das gleiche Fettnäpfchen wie der Koalitionspartner zu treten.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die Union angesichts der Corona-Pandemie vor einer Debatte über die Kanzlerkandidatur zur Unzeit gewarnt. "Ich rate dazu, jetzt keine langanhaltende Diskussion über Personalfragen zu führen", sagte Dobrindt. "Die Union sollte nicht den Fehler machen, den uns die SPD im letzten Jahr im Detail vorgeführt hat. Nämlich sich monatelang mit sich selbst zu beschäftigen, während die Bürger Antworten auf die Zukunft unseres Landes erwarten", fügte er hinzu.

"Wir müssen uns auf die Fragen konzentrieren, die jetzt anstehen. Und das heißt: Wie kommen wir gut raus aus der Krise", appellierte Dobrindt an die eigenen Reihen. Es gehe darum, dass die Wirtschaft gut aus der Pandemie komme und um die Arbeitsplätze in Deutschland und Europa. Das Thema müsse sein: "Was sind unsere Maßnahmen, wieder Wachstum in Deutschland zu erzeugen? Das ist die Herausforderung, um die es geht. Darum sollten sich alle kümmern."

Er wolle die Diskussion über die Frage, wer Kanzlerkandidat der Union werden solle, nicht mit eigenen Vorschlägen befeuern, sagte Dobrindt. "Aber klar ist doch, dass man bei Entscheidungen über eine Kanzlerkandidatur sich immer mit den Elementen Kompetenz, Zustimmung und Chancen auseinandersetzen wird", betonte er. Nach diesen Punkten "entscheidet sich am Schluss, mit wem CDU und CSU in eine Wahlauseinandersetzung für die Bundestagswahl 2021 gehen werden. Aber die Debatte muss zur richtigen Zeit geführt werden und nicht jetzt".

"Weniger die Frage des Zeitplans einer Kandidatenauswahl ist entscheidend als am Schluss die Geschlossenheit, mit der CDU und CSU hinter einem gemeinsamen Kandidaten stehen", sagte Dobrindt mit Blick auf die Frage, wann die beiden Schwesterparteien am besten über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten entscheiden sollten. "Darum geht es. Und das muss man erreichen."

Quelle: ntv.de, ibu/dpa