Politik

Attacke in der Straßenbahn Drei Menschen sterben bei Schüssen in Utrecht

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Der Täter tötete mindestens drei Menschen, neun Menschen wurden verletzt, drei davon schwer.

(Foto: dpa)

Am Morgen schießt ein Mann in der niederländischen Stadt Utrecht in einer Straßenbahn um sich. Mindestens drei Menschen kommen dabei ums Leben, fünf weitere Menschen werden verletzt. Das Motiv des Täters ist noch unklar.

Bei einer Attacke in der niederländischen Stadt Utrecht sind nach den Worten des Bürgermeisters drei Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei wurden fünf weitere Menschen verletzt. Bürgermeister Jan van Zanen hatte zuvor von neun Verletzten gesprochen.

Die Polizei fahndet nach einem 37-Jährigen Mann. Der Verdächtige soll in der Türkei geboren sein, teilte die Polizei auf Twitter mit. Sie veröffentlichte auch ein Foto des Mannes aus der Straßenbahn. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach in einer Pressekonferenz von einem Anschlag und schloss einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Die zuständige Behörde rief am Mittag die höchste Terrorwarnstufe aus.

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Doch die Polizei schließt auch ein Familiendrama als Tatmotiv nicht aus. Wie ein Zeuge im Gespräch mit NOS Radio sagte, soll es der Täter gezielt auf eine Frau abgesehen haben. Der Zeuge erklärte weiter: Er habe sich im vordersten Teil der Straßenbahn befunden, als die Schüsse im hinteren Teil fielen. Nach dem Stoppen der Bahn habe er zunächst eine auf dem Boden liegende Frau bemerkt, der andere Reisende hätten helfen wollen. Zunächst habe er an einen Unfall gedacht. "Ich hatte noch immer diesen Eindruck, als ich sah, dass sie weggeschleppt wurde." Aber plötzlich sah er jemanden mit gezückter Pistole gezielt auf die Gruppe zulaufen. "Es sah so aus, als ob er diejenige noch einmal angreifen wollte oder vielleicht die Menschen, die ihr halfen." Währenddessen suchten Passanten hinter geparkten Autos Schutz, wie in einem amerikanischen Westernfilm.

Die Stadtverwaltung rief die Menschen in Utrecht zunächst dazu auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Am späten Nachmittag gab sie Entwarnung. Der Täter ist immer noch flüchtig. Die Ermittler prüften Hinweise, wonach ein Verdächtiger mit einem roten Auto geflohen sein soll. Die deutsche Bundespolizei verschärfte ihre Kontrollen an der deutsch-niederländischen Grenze. Es gebe eine "erhöhte Kontrolldichte", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Aus laufendem Verkehr würden Fahrzeuge kontrolliert, so der Sprecher.

Anti-Terror-Einheit im Einsatz

Laut Polizei wurde nur an einem Ort geschossen. In Utrecht sperrte die Polizei eine Straße ab. Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit drangen nach Berichten niederländischer Reporter in eine Wohnung ein. Schüsse seien nicht zu hören gewesen. Die Gemeinde Utrecht richtete eine Telefon-Hotline ein.

Einsatzkräfte sind noch vor Ort, hieß es, unter anderem seien drei Hubschrauber im Einsatz. Der Vorfall ereignete sich im Westen der Stadt, etwa einen Kilometer von der Altstadt entfernt. Utrecht liegt etwa 75 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und hat etwa 350.000 Einwohner.

Nach Angaben der Polizei fielen die Schüsse gegen 10.45 Uhr. Nur wenig später äußerte sich Rutte bereits besorgt. Er habe in Den Haag von einer "beunruhigenden" Situation gesprochen, meldeten niederländische Medien. Ein Krisenteam sei eingesetzt worden.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP/dpa