Politik

De Maizière über Anschläge entsetzt Dresdner Polizei schützt Einrichtungen

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Ein Anschlag wurde auf die Fatih Camii Moschee in Dresden verübt.

(Foto: dpa)

Ein Sonderdezernat der Generalstaatsanwaltschaft Dresden untersucht die Anschläge mit professionellen Sprengsätzen. Innenminister de Maizière findet die Taten "empörend". Die Polizei verstärkt Schutzmaßnahmen für muslimische Einrichtungen.

Nach zwei Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und ein Kongresszentrum in Dresden will die Polizei muslimische Einrichtungen in der sächsischen Landeshauptstadt stärker bewachen. Auch kündigte sie Konsequenzen für die Sicherheitsmaßnahmen zum Tag der Deutschen Einheit an. Beide Sprengsätze detonierten am späten Montagabend. Menschen wurden nicht verletzt. Allerdings befanden sich in der Moschee der Imam, seine Frau und seine zwei Kinder, wie Landesinnenminister Markus Ulbig sagte.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernahm die Ermittlungen zu den Anschlägen. Es wurde ein Verfahren gegen Unbekannt "wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion" eingeleitet, teilte die Behörde mit. Da der Verdacht einer politisch motivierten Straftat derzeit nicht ausgeschlossen werden könne, untersuche das Sonderdezernat "Politisch motivierte Kriminalität" die beiden Fälle.

Nach Angaben von Polizeipräsident Horst Kretzschmar werden ab sofort drei Moscheen, eine muslimische Begegnungsstätte und ein Betraum in den Objektschutz einbezogen. Auch wenn kein Bekennerschreiben vorliege, sei bei der Attacke gegen die Moschee von einem fremdenfeindlichen Hintergrund auszugehen, sagte Kretzschmar.

Beide Anschläge wurden den Ermittlungen zufolge mit professionellen Sprengsätzen ausgeführt. Durch den Sprengsatz an der Moschee wurde die Tür nach innen gedrückt. Der Innenraum sei teils verrußt. Es habe die Gefahr bestanden, dass das gesamte Gebäude Feuer fange. An der Kongresshalle sei Glas zersplittert. Hier vermutet die Polizei eine Verbindung zum Tag der Deutschen Einheit, für den die zentrale Feier in diesem Jahr in Dresden stattfindet - unter anderem im Kongresszentrum. Erwartet werden Bundespräsident Joachim Gauck und viele weitere Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Ulbig rief die Bürger auf, trotz der Anschläge das Fest zu besuchen. Für das Festgelände werde ein Kontrollbereich eingerichtet.

"Ein Verbrechen"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte in einer Rede zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) in Berlin, die Aggressivität gegen die muslimische Religionsausübung nehme zu. Umso empörender sei es, dass es einen Tag vor dem DIK-Festakt und wenige Tage vor den Feiern zur Deutschen Einheit diese Anschläge gegeben habe. "Das wollen wir in Deutschland nicht, dass so etwas geschieht - gegen wen sich das auch immer richtet", sagte der CDU-Politiker.

Bundesjustizminister Heiko Maas nannte die Anschläge erschütternd. Sie müssten konsequent verfolgt werden. Laut Landesinnenminister Ulbig wird in alle Richtungen ermittelt. Es dürften keine voreiligen Schlüsse gezogen, aber auch keine Dinge ausgeschlossen werden. Der Imam, seine Frau und die zehn und sechs Jahre alten Söhne seien in Gefahr gewesen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert sagte: "Eine solche Tat ist kein Protest und auch keine Meinungsäußerung. Ein solcher Anschlag ist ein Verbrechen." Dresden wolle am Wochenende dennoch die friedliche Revolution feiern.

Quelle: ntv.de, rpe/rts/AFP

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