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Samstag, 22. April 2017

Polizist bei Rangelei verletzt: Drinnen AfD-Zwist, draußen Großdemo

Bei ersten Auseindersetzungen zwischen Gegendemonstranten und Polizei vor dem AfD-Parteitag in Köln wird ein Polizist verletzt. Am Tagungshotel herrscht noch angespannte Ruhe. Doch auch unter den Delegierten ist heftiger Streit vorprogrammiert.

Nur unter massivem Polizeischutz haben die Delegierten des AfD-Bundesparteitags das Tagungshotel in Köln erreicht. Rund um den Veranstaltungsort in der Innenstadt sind Hunderte Demonstranten aufgezogen, die mit Sprechchören, Transparenten, Pfiffen und Blockaden gegen die rechtspopulistischen Politiker protestierten.

Dabei kam es am Morgen immer wieder zu Rangeleien mit der Polizei. Ein Polizist wurde im Gesicht verletzt, woraufhin ein Verdächtiger vorläufig festgenommen wurde. Berichten zufolge hatten Gegendemonstranten versucht, AfD-Mitglieder mit einer Holzlatte anzugreifen.

Nach Darstellung des Bündnisses "Solidarität statt Hetze" wurde die Anreise der AfD-Delegierten durch die Gegenaktionen "massiv verzögert". An den Blockaden beteiligten sich etwa 3000 Menschen, teilte das Bündnis mit.

Petry will Richtungsentscheidung erzwingen

Insgesamt sind für die unterschiedlichen Demonstrationen im Laufe des Tages etwa 50.000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Das AfD-Tagungshotel am Heumarkt in der Kölner Innenstadt ist hermetisch abgeriegelt. Zahlreiche Einsatzwagen der Polizei sowie Wasserwerfer stehen bereit, um Gegendemonstranten zurückzudrängen und den Delegierten der Partei das Betreten des Kongressorts zu ermöglichen. Zudem kreist ein Hubschrauber über dem Stadtzentrum. Die Lage direkt vor dem Hotel war am Morgen zunächst ruhig.

Konfrontationen anderer Art werden allerdings auch im Tagungshotel erwartet: Der zweitägige Bundesparteitag der AfD beginnt um zehn Uhr. Das Treffen steht im Zeichen eines erbitterten Führungsstreits. Fünf Monate vor der Bundestagswahl sollen die 600 Delegierten das Wahlprogramm beschließen. Parteichefin Frauke Petry will eine Richtungsentscheidung erzwingen und die Partei auf einen "realpolitischen Kurs" mit dem Ziel des Mitregierens festlegen. Offen ist, was der Parteitag nach dem Verzicht Petrys zum Thema Spitzenkandidatur beschließt.

In der Kölner Innenstadt herrscht Ausnahmezustand, die Polizei ist mit über 4000 Kräften im Einsatz. Erwartet werden bis zu 50.000 Demonstranten, darunter gewaltbereite Linksextreme.

Quelle: n-tv.de

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