Politik

Angriff auf die "Lügenpresse" Dubiose Männer stürmen Berliner Redaktion

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Beim Absturz von Maschine MH17 starben alle 298 Insassen.

(Foto: REUTERS)

Das Reporterteam Correctiv will mit investigativen Recherchen Missstände in Staat und Gesellschaft aufdecken. Die Enthüllungen gefallen aber nicht allen. Ihre Recherchen zum Absturz von Flugzeug MH17 in der Ukraine veranlasst zwei Männer, in die Redaktion einzudringen.

Mit dem Ruf "Lügenpresse" sind zwei Männer in die Räume der Journalistengemeinschaft Correctiv in Berlin gestürmt. Wie das Reporterteam mitteilte, drangen sie am Dienstag in das Büro ein und filmten ihre Aktion. Dabei hätten sie immer wieder auf Englisch gefragt: "Warum lügen Sie?"

Die Redaktionsgemeinschaft habe daraufhin die Polizei alarmiert, teilte Correctiv auf Facebook weiter mit. Kurz danach seien die Männer geflüchtet. Die Berliner Polizei bestätigte einen Einsatz, konnte nach eigenen Angaben vor Ort aber keine Straftat feststellen und nahm deshalb keine Ermittlungen auf.

Correctiv dagegen nannte die Namen der Eindringlinge und ordnete sie dem Umfeld einer rechten deutschen Zeitung und eines russischen Mediums zu. Correctiv zufolge waren sie auf der Suche nach einem Reporter, der über den Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 über der Ukraine recherchiert hatte. Zusammen mit einem Kollegen habe das Reporter-Team herausgefunden, dass die Maschine von russischen Offizieren aus dem Separatistengebiet abgeschossen wurde, betonte Correctiv. 298 Menschen waren dabei 2014 ums Leben gekommen.

Correctiv, das sich über Spenden finanziert, hat sich auf investigative Recherchen spezialisiert. Die Beiträge werden in Zeitungen, elektronischen Medien und im Internet veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, chr/dpa