Politik

Aus Protest gegen die Abschiebung Dutzende Roma besetzen Regensburger Dom

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Der Dom St. Peter in Regensburg

(Foto: picture alliance / dpa)

Um ihrer Abschiebung aus Deutschland zu entgehen, besetzen dutzende Roma aus Albanien, dem Kosovo, Serbien und Mazedonien den Regensburger Dom. Sie halten ihre Herkunftsländer für nicht sicher. Das Bistum lässt sie gewähren.

Etwa 40 unmittelbar von der Abschiebung bedrohte Flüchtlinge aus verschiedenen Balkanländern haben den Regensburger Dom besetzt. Die aus Männern, Frauen und Kindern bestehende Gruppe will mit der Aktion um ein Bleiberecht in Deutschland kämpfen, hieß es. Anders als die Bundesregierung sähen sie ihre Heimatstaaten nicht als sichere Herkunftsländer und sähen dort auch keine Zukunft für sich.

Bei einem großen Teil der Menschen handelt es sich offenbar um Roma aus Albanien, dem Kosovo, Serbien und Mazedonien. Sie fühlen sich in ihren Heimatländern diskriminiert.

Ein Polizeisprecher sagte, derzeit sei kein Eingriff der Polizei geplant. Kirchenvertreter hätten ein Einschreiten nicht gewünscht. Dagegen hätten die Flüchtlinge jedoch den Dom verlassen sollen, um "draußen weiter zu demonstrieren". Diese lehnten die Aufforderung des Bistums ab.

Wie lange die Besetzung dauern soll, ist nach den Worten des Sprechers der Gruppe nicht klar. Die Betroffenen hätten ihren Abschiebebescheid bereits erhalten. Sie lebten zuletzt in verschiedenen bayerischen Städten, darunter Regensburg und Ingolstadt, wo sie in Sammelunterkünften für abgelehnte Flüchtlinge wohnten.

Sympathisanten der Roma errichteten zunächst einmal einen "Infopoint". Von dort aus versucht die Gruppe, Spenden für die Flüchtlinge zu sammeln sowie Isomatten und Schlafsäcke für Übernachtungen zu besorgen. In einer Stellungnahme der Roma an die Medien heißt es: "Wir setzen uns dafür ein, dass weder Serbien noch Mazedonien, Bosnien, Kosovo, Albanien und Montenegro sichere Herkunftsländer sind. Diese Entscheidung muss daher rückgängig gemacht werden."

Quelle: ntv.de, ppo/AFP

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