Politik

Ziel waren geistliche Führer Dutzende Tote bei Anschlag in Kabul

111998973.jpg

Sicherheitskräfte untersuchen den Tatort rund um den Hochzeitssaal, wo der Selbstmordattentäter sich in die Luft sprengte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wieder erschüttert eine schwere Explosion die afghanische Hauptstadt: Während einer religiösen Versammlung sprengt sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Mehr als vierzig Menschen sterben, viele weitere werden zum Teil schwer verletzt.

Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 43 Menschen getötet worden. Weitere 83 Menschen seien verletzt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. 24 der Verwundeten würden in Lebensgefahr schweben.

*Datenschutz

Die Explosion habe sich während einer Zeremonie im Uranus-Hochzeitspalast ereignet, sagte Polizeisprecher Basir Mudschahid. Der Anschlag galt dem Ulema-Rat, dem höchsten Gremium der afghanischen Geistlichkeit. Religiöse Führer sind aus dem ganzen Land nach Kabul gekommen, um gemeinsam den Geburtstag des Propheten Mohammed zu feiern.

Ein Manager des Hochzeitssaals, in dem auch politische und religiöse Treffen abgehalten werden, sagte, der Attentäter habe sich inmitten der Versammlung in die Luft gesprengt. "Es gibt viele Opfer, ich selbst habe 30 gezählt", sagte er. Zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich rund 1000 Menschen in dem Saal aufgehalten.

UN zeigt sich "empört"

Nach dem Anschlag waren im Zentrum Kabuls 45 Minuten lang durchgehend Sirenen von Rettungswagen zu hören. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Die UN-Mission in Afghanistan (Unama) zeigte sich angesichts des Angriffs an einem religiösen Feiertag "empört". Es gebe glaubwürdige Berichte über eine hohe Zahl an zivilen Opfern, hieß es in einem Tweet der Organisation. Die UN-Familie drücke den vielen betroffenen Familien ihr tiefstes Beileid aus, hieß es weiter.

Erst vergangene Woche hatte sich ein Selbstmordattentäter am Rande einer Demonstration im Zentrum Kabuls in die Luft gesprengt. Dabei waren mindestens sechs Menschen gestorben. Der Anschlag vom Dienstag ist das 20. große Attentat in Kabul in diesem Jahr. Bei den Anschlägen wurden fast 490 Menschen getötet und weitere mehr als 930 Menschen verwundet. Zum Großteil der Angriffe hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa/AFP

Mehr zum Thema