Politik

USA dementieren Beteiligung Dutzende Tote bei Luftangriff in Syrien

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Im Kampf gegen den IS wird Syrien immer wieder von schweren Luftangriffen erschüttert. Wie hier im Nordwesten des Landes vor knapp zwei Wochen sterben dabei auch oft Zivilisten und Kinder.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Syrien hat es nach Angaben von Aktivisten einen schweren Luftschlag auf einen Armeestützpunkt gegeben. Dabei sollen fast 40 regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen sein. Damaskus beschuldigt die USA und ihre Verbündeten - die dementieren.

Eine Stellung regierungstreuer Kämpfer in Syrien ist in der Nacht zum Ziel schwerer Luftangriffe geworden. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezifferte die Zahl der Getöteten auf mindestens 52. Unter ihnen seien auch 30 Iraker gewesen, die an der Seite von Syriens Armee kämpften. Unklar ist noch, wer die Luftangriffe ausführte.

Syrische Staatsmedien beschuldigen die "amerikanische Koalition". Damit meinen sie die von den USA geführte Militärkoalition, die in Syrien gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kämpft. Die Koalition dementierte dies aber: "In dieser Gegend gab es keine Angriffe der USA oder von Koalitionstruppen", erklärte ein Sprecher.

Der Angriff ereignete sich in der Nähe des Ortes Abu Kamal in Ostsyrien nahe der Grenze zum Irak. Die Region wird von Milizen kontrolliert, die der Regierung in Damaskus gegenüber loyal sind. In ihren Reihen kämpfen auch Iraker, Iraner, Libanesen und Afghanen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle ist es der Angriff mit der höchsten Opferzahl auf regierungstreue Verbände seit Februar.

Im Kampf gegen Dschihadisten

In der Gegend hält allerdings auch die IS-Miliz noch einige Gebiete. Sie sind die Reste des "Kalifats", das der IS in Teilen Syriens und des Irak ausgerufen hatte. Gegen die IS-Stellungen kämpft in der Region östlich des Euphrat eine Allianz arabischer und kurdischer Milizionäre, die von den USA und deren Verbündeten unterstützt wird.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte in der Nacht von mehreren Toten bei den Angriffen berichtet. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle, die von 38 Toten sprach, bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Im dünn besiedelten Osten Syriens kämpfen sowohl die syrischen Regierungstruppen als auch die internationale Anti-IS-Koalition gegen die letzten IS-Kämpfer. Zwar beschränkt sich der Auftrag der internationalen Militärkoalition auf den Kampf gegen die Dschihadisten, doch bombardierte sie in den vergangenen Jahren auch wiederholt syrische Regierungstruppen.

Quelle: ntv.de, hny/AFP

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