Politik

"Völlig unverhältnismäßig" Ein-Freund-Regel regt Kinderschützer auf

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Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollen Kinder nur noch einen festen Freund treffen.

(Foto: imago images/Cavan Images)

Geht es nach dem Bund, sollten Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nur noch einen festen Freund treffen. Bei Kinderschützern sorgt dieser Vorschlag jedoch für Kopfschütteln. Statt die Jugend noch stärker zu belasten, sollte besser am Präsenzbetrieb in Bürohäusern angesetzt werden.

Deutsche Kinderschutzverbände haben die Idee strengerer Kontaktbeschränkungen für Kinder und Jugendliche scharf kritisiert. Soziale Interaktionen auf einen Kontakt zu beschränken, wie es in einer Beschlussvorlage des Bundes vor dem Corona-Gipfel als Appell formuliert gewesen war, sei "völlig unverhältnismäßig und kinderfeindlich", sagte Holger Hofmann vom Deutschen Kinderhilfswerk den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Man erreicht damit nur, dass Verständnis verspielt wird bei Kindern und Jugendlichen", erklärte Hofmann. Den Heranwachsenden werde mit der Schließung von Sportvereinen, Kulturstätten und Freizeitzentren bereits genug zugemutet.

Der Deutsche Kinderschutzbund kritisierte zudem, dass die jüngsten Vorschläge für Kontaktbeschränkungen vor allem Kinder und Jugendliche träfen. "Gleichzeitig läuft in den Bürohäusern deutscher Innenstädte ein völlig ungeregelter Präsenzbetrieb weiter", sagte Präsident Heinz Hilgers.

In seiner Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Gipfeltreffen am Montag hatte der Bund einen Appell an Kinder und Jugendliche formuliert, sich nur noch mit einem festen Freund zu treffen. Der Appell fand sich im gemeinsam mit den Ländern gefassten Beschluss später nicht wieder.

Quelle: ntv.de, jug/AFP