Politik

Wegen FluchtgefahrEiner der Bar-Besitzer von Crans-Montana in Untersuchungshaft genommen

09.01.2026, 15:45 Uhr
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Ermittler gehen davon aus, dass eine funkensprühende Partyfontäne eine Schaumstoff-Verkleidung an der Decke der Bar "Le Constellation" in Brand setzte. (Foto: picture alliance/dpa/KEYSTONE)

In der Silvesternacht werden bei dem Brand in der Bar "Le Constellation" des Ski-Orts Crans-Montana 40 Menschen getötet, knapp 120 werden großteils schwer verletzt. Gegen das Gastronomen-Paar erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe. Nun muss der Mann in U-Haft.

Nach einer über sechsstündigen Befragung zum tödlichen Feuer bei einer Silvester-Party im Schweizer Skiort Crans-Montana ist einer der Bar-Besitzer in Untersuchungshaft genommen worden. Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, wurde gegen den Franzosen Jacques Moretti in Sitten im Kanton Wallis U-Haft verhängt. Gegen ihn und seine Frau, die ebenfalls Mitbesitzerin der Bar ist, wird seit Anfang Januar wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst ermittelt. Am Vormittag wurde das französische Gastronomen-Paar erstmals offiziell als Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft befragt.

Die leitende Staatsanwaltschaft habe die Untersuchungshaft für Jacques Moretti wegen Fluchtgefahr beantragt, berichtet "24 heures". Wie die französischsprachige Schweizer Zeitung weiter berichtet, muss die Maßnahme innerhalb von 48 Stunden vom Walliser Zwangsvollstreckungsgericht bestätigt werden. Der Grund für diesen Sinneswandel sei unklar. Zuvor hätten sich die Walliser Staatsanwälte noch geweigert, den 49-jährigen Korsen ins Gefängnis zu schicken.

Jessica Moretti, die Ehefrau des verhafteten Bar-Betreibers, hat sich nach dem Verlassen des Gerichts unter Schluchzen entschuldigt. "Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können", sagte sie nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion vor Medien. "Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen."

In der Silvesternacht wurden bei dem Brand in der Bar "Le Constellation" des Ski-Orts 40 Menschen getötet. Knapp 120 wurden großteils schwer verletzt. Fast alle Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene - die jüngsten waren erst 14 Jahre alt.

Ermittler gehen davon aus, dass eine funkensprühende Partyfontäne eine Schaumstoff-Verkleidung an der Decke der Bar "Le Constellation" in Brand setzte. Aus noch ungeklärten Gründen waren die Brandschutzmaßnahmen des Lokals vorschriftswidrig jahrelang nicht von den Behörden geprüft worden.

Schweiz gedenkt der Opfer

Indes hat die Schweiz am Freitag der Opfer gedacht. Nach einer Schweigeminute um 14.00 Uhr läuteten fünf Minuten lang die Kirchenglocken des Landes. Außerdem fand eine große Trauerzeremonie statt.

Die Todesopfer stammten aus 19 Ländern, neben der Schweiz auch unter anderem neun aus Frankreich und sechs aus Italien. Deswegen nahmen auch der französische Staatschef Emmanuel Macron und Italiens Präsident Sergio Mattarella an der Trauerfeier in Martigny gut 50 Kilometer südwestlich von Crans-Montana teil. Auch zahlreiche Rettungskräfte zählten zu den etwa tausend Gästen, die zur Erinnerung an die Brandopfer weiße Rosen in den Händen hielten.

Quelle: ntv.de, gut/dpa/AFP

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