Politik

"Bis zur irakischen Grenze" Erdogan: Vertreiben YPG aus Nordsyrien

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Seit anderthalb Monaten greift die Türkei die YPG in Syrien an.

(Foto: AP)

Der türkische Präsident hatte es schon angedeutet, nun sagt Erdogan es ganz klar: Er will die Kurdenmiliz YPG in ganz Nordsyrien bekämpfen. Damit wird auch ein Zusammenstoß mit US-Soldaten wahrscheinlicher.

Im Anschluss an die Afrin-Offensive will die türkische Armee die Kurdenmiliz YPG in Syrien nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan über die gesamte Länge der türkischen Grenze vertreiben. "Im Moment ist das Ziel Afrin", sagte Erdogan. "Heute sind wir in Afrin, morgen werden wir in Manbidsch sein. Übermorgen werden wir gewährleisten, dass der Osten des Euphrats bis zur irakischen Grenze von Terroristen gesäubert wird, so Gott will." Der entsprechende Streifen östlich des Flusses Euphrat an der syrisch-türkischen Grenze ist etwa 400 Kilometer lang.

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Türkische Militärfahrzeuge im syrischen Distrikt Afrin, wo mehrheitlich Kurden leben.

(Foto: imago/Xinhua)

Erdogan sagte, die Truppen seien bei der "Operation Olivenzweig" in der Region Afrin bis auf sechs Kilometer vor Afrin-Stadt vorgerückt und bereiteten sich auf deren Belagerung vor. "Wir beseitigen die letzten Hindernisse, die einer Belagerung des Zentrums von Afrin im Wege stehen." Er kritisierte erneut, dass die USA die YPG finanziell und mit Waffen unterstützten: "Was sind wir für Verbündete?"

Erdogan: Brauchen keine Erlaubnis

Erdogan hat wiederholt angedroht, dass die Streitkräfte nach dem Einsatz in Afrin in der weiter östlich gelegenen Region Manbidsch gegen die YPG vorgehen würden. Dort sind auch US-Truppen im Einsatz. Er sagte nun: "So, wie wir von niemandem Erlaubnis eingeholt haben, um die 'Operation Olivenzweig' zu starten, so werden wir uns auch nicht dem Druck von irgendjemandem beugen, um sie zu beenden."

Die USA sehen in der Kurdenmiliz einen zuverlässigen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Die Türkei stuft die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dagegen als Terrororganisation ein.

Die türkischen Streitkräfte hatten am 20. Januar eine Offensive gegen die YPG in der Region Manbidsch gestartet. Dass sie nur langsam vorankommen, liegt nach Angaben der türkischen Regierung daran, dass die Soldaten Rücksicht auf Zivilisten nehmen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa