Politik

Neue Proteste in der Türkei? Erdogan belebt Gezi-Bauprojekt neu

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Die friedlichen Proteste und die auch die Gewalt vom Sommer 2013 sind in der Türkei nicht vergessen.

(Foto: REUTERS)

Will Erdogan die Opposition provozieren? Möchte er seine Macht demonstrieren? Drei Jahre nach den blutigen Protesten ist es ruhig geworden um die umstrittenen Bebauungspläne für den Istanbuler Gezi-Park - das soll sich ändern.

Trotz der heftigen Proteste vor drei Jahren will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein umstrittenes Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park neu beleben. "Wir werden dort dieses historische Gebäude bauen", kündigte Erdogan bei einem öffentlichen Auftritt in der Millionenmetropole an. Es gelte, sich diesem Projekt "mit Mut" zu widmen, sagte er.

Erdogan spielte damit auf seine Pläne vor drei Jahren an, auf dem Gelände des kleinen Parks am Taksim-Platz ein osmanisches Kasernengebäude wieder zu errichten, in dem unter anderem ein Einkaufszentrum untergebracht werden sollte. Die Pläne hatten im Sommer 2013 wochenlange Unruhen im ganzen Land ausgelöst, bei denen acht Menschen starben. Der Park ist seitdem ein Symbol der türkischen Bürgerrechtsbewegung.

Nach den blutigen Unruhen lagen die Pläne auf Eis. Doch im vergangenen Juli hob der türkische Verwaltungsgerichtshof alle vorherigen Gerichtsurteile auf, mit denen das Bauprojekt gestoppt worden war. Auf dem Taksim-Platz sind inzwischen alle Kundgebungen verboten und werden systematisch von der Polizei aufgelöst.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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