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Neue Machtbalance in Syrien Erdogan und Trump stimmen sich über US-Abzug ab

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Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan wollen bei der Neuordnung der Kräfteverhältnisse in Syrien zusammenarbeiten.

(Foto: AP)

Viele internationale Partner erschrecken über Trumps Absicht, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen. Der türkische Präsident Erdogan ist dagegen erfreut: Sind die USA erst einmal weg, kann er im Kampf gegen die Kurden freier handeln. Für den Rückzug sichert Erdogan Trump daher volle Kooperation zu.

Washington und Ankara wollen durch eine enge Abstimmung ein Machtvakuum in Syrien nach dem geplanten vollständigen Abzug der US-Armee vermeiden. Wie das türkische Präsidialamt mitteilte, vereinbarten Staatschef Recep Tayyip Erdogan und US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat, "eine Koordinierung zwischen dem Militär, Diplomaten und anderen Regierungsvertretern ihrer Länder sicherzustellen".

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Ein paar Stunden zuvor hatte Trump bei Twitter geschrieben, er habe mit Erdogan "ein langes und produktives Telefonat" geführt und darin "den langsamen und höchstkoordinierten Abzug der US-Truppen" aus Syrien besprochen. Erdogan schrieb dazu auf Twitter, sie beide hätten eine verstärkte Abstimmung ihrer Länder "in vielen Themen, darunter die Handelsbeziehungen und die Entwicklungen in Syrien" vereinbart.

Später twitterte Trump, dass Erdogan zugesichert habe, den IS in Syrien vollständig zu besiegen. Erdogan habe ihn darüber informiert, dass er "ausrotten wird, was auch immer von ISIS in Syrien übriggeblieben ist", schrieb der US-Präsident und fügte an: "Unsere Soldaten kehren zurück nach Hause!"

Trump hatte am Mittwoch überraschend einen vollständigen Abzug der 2000 US-Soldaten aus dem an die Türkei grenzenden Bürgerkriegsland Syrien angekündigt. Von den westlichen Verbündeten der Vereinigten Staaten erntete Trump dafür Kritik, auch im eigenen Land ist die Entscheidung umstritten. Dennoch wurde der Abzugsbefehl am Sonntag unterzeichnet. "Das Dekret zu Syrien wurde unterschrieben", sagte ein Pentagon-Sprecher, ohne weitere Details zu nennen.

Erdogan begrüßt US-Abzug

Die Türkei hingegen begrüßt Trumps Entscheidung, weil sie durch einen Abzug der US-Soldaten freie Hand im Kampf gegen kurdische Rebellen in Syrien bekommt. Die US-Armee hatte mit kurdischen Kämpfern zusammengearbeitet, um die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zurückzudrängen. Trump hält die IS-Miliz nun aber für "weitgehend besiegt".

Nach Trumps Ankündigung des Syrien-Abzugs reichten US-Verteidigungsminister Jim Mattis sowie der US-Sondergesandte für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, ihren Rücktritt ein. Um einen geordneten Übergang zu ermöglichen, wollte Mattis eigentlich erst Ende Februar sein Amt niederlegen.

Trump verkündete am Sonntag jedoch auf Twitter, dass Mattis' bisheriger Stellvertreter Patrick Shanahan ab dem 1. Januar Amtierender Verteidigungsminister sei. Pentagon-Sprecherin Dana White erklärte dazu auf Twitter, Mattis werde dennoch bei der Amtsübergabe mit Shanahan zusammenarbeiten um sicherzustellen, dass das Ministerium "während des Übergangs auf die Verteidigung unserer Nation konzentriert" bleibe.

Anders als Mattis hat Shanahan nie in der US-Armee gedient. Den Großteil seines bisherigen Berufslebens arbeitete er in der Privatwirtschaft. Er war mehr als drei Jahrzehnte lang Manager beim US-Flugzeugbauer Boeing, bevor er 2017 ins Pentagon wechselte.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP

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