Politik

Streit mit der Nato angeheizt Erdogan will mit Russland Raketen bauen

ee386ce650a414e1b6cc932d62e44542.jpg

Erdogans Äußerungen dürften den Streit mit den USA weiter anheizen.

(Foto: REUTERS)

Die Türkei will im Rüstungsbereich enger mit Russland zusammenarbeiten. Nachdem bereits der Kauf von S-400-Raketen bei den Nato-Partnern Kritik hervorrief, stellt Präsident Erdogan nun sogar Pläne vor, mit Moskau zusammen Raketen herzustellen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Streit mit den Nato-Partnern um den Kauf russischer Luftabwehrraketen nachgelegt. Erdogan kündigte am Samstag in Istanbul an, die Türkei werde nicht nur wie geplant die S-400-Raketen kaufen, sondern anschließend gemeinsam mit Russland die S-500-Reihe bauen. Die Pläne der Türkei, das Luftabwehrsystem zu kaufen, sorgen schon länger für Spannungen insbesondere mit den USA.

Bei einer Debatte mit Jugendlichen sagte Erdogan, ein Rückzug vom Kauf der S-400 komme "absolut nicht in Frage". Der Vertrag sei eine "beschlossene Sache", fügte der Präsident hinzu. Danach werde sein Land gemeinsam mit Russland S-500-Raketen bauen, kündigte Erdogan an.

Erst im April hatte Erdogan nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau betont, dass der Rüstungsdeal das Souveränitätsrecht seines Landes sei. "Niemand kann verlangen, dass wir darauf verzichten."

Die Pläne zum Kauf russischer Luftabwehrraketen führen seit langem zu Spannungen zwischen der Türkei und ihren Nato-Partnern. Die USA und andere Mitgliedstaaten fürchten, Russland könnte über das S-400-System Informationen zu Nato-Flugzeugen erlangen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte bei einem Türkei-Besuch Anfang Mai, jeder Bündnispartner könne selbst entscheiden, welche militärische Ausrüstung er kaufe. Er sei aber besorgt über die potenziellen Konsequenzen. Es gelte zu vermeiden, dass ein Nato-Partner gegen einen anderen Sanktionen verhänge.

Washington hat aus Protest das gemeinsame F-35-Kampfjet-Programm mit der Türkei auf Eis gelegt und mit weiteren Wirtschaftssanktionen gedroht. Dennoch sagte Erdogan nun, die Türkei werde die F-35-Jets früher oder später bekommen. Als Termin für eine Lieferung der S-400-Raketen nannte er Juli. "Das könnte aber noch vorgezogen werden", fügte Erdogan hinzu.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

Mehr zum Thema