Politik

"Mit allen Mitteln verteidigen" Erdogan wirft Athen "Provokationen" vor

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Der türkische Präsident Erdogan lehnt direkte Gespräche mit Vertretern Griechenlands bisher ab.

(Foto: picture alliance / AA)

Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei erreichen eine neue Eskalationsstufe. Der türkische Präsident Erdogan schießt in einer Rede scharf gegen den NATO-Partner - und droht ihm unverhohlen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Griechenland nach der angeblichen Militarisierung zweier Ägäis-Inseln nahe der türkischen Küste "Provokationen" und "gefährliche Spiele" vorgeworfen. Seine Regierung werde "die Rechte und Interessen unseres Landes gegen Griechenland verteidigen, und zwar mit allen Mitteln", sagte Erdogan laut Präsidialamt.

"Griechenland kann nicht unser Gesprächspartner sein, weder politisch noch militärisch oder wirtschaftlich", sagte Erdogan. Ankara forderte Athen auf, "die Verstöße einzustellen" und den nicht-militärischen Status der Inseln zu respektieren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Athen wies die Vorwürfe als "völlig unbegründet" zurück, wie es aus diplomatischen Kreisen hieß.

Die Beziehungen der beiden Nachbarländer und NATO-Mitglieder sind derzeit auf einem Tiefpunkt. Beide Länder streiten seit Jahren über konkurrierende Gebietsansprüche und Energie-Erschließungsrechte in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer.

"Wir können plötzlich eines Nachts kommen"

Die jüngste Eskalation begann am Wochenende nach der Verbreitung von Luftaufnahmen durch türkische Sicherheitsquellen. Darauf sollen Schiffe mit gepanzerten US-Fahrzeugen zu sehen sein, die an den beiden griechischen Inseln Lesbos und Samos andocken. Die Türkei bestellte daraufhin den griechischen Botschafter ein. Anadolu zufolge teilte die Türkei zudem den USA mit, dass deren "Waffen nicht unter Verletzung" des vereinbarten Status' der Inseln eingesetzt werden sollten.

Ankara argumentiert, Griechenland verstoße mit der Militarisierung von Inseln in der Ost-Ägäis gegen die Verträge von Lausanne (1923) und Paris (1947). Erdogan hatte dem Nachbarn in dem Zusammenhang kürzlich mit dem Satz gedroht: "Wir können plötzlich eines Nachts kommen." Athen begründet die Militarisierung mit einer Bedrohung durch Ankara und dem Recht eines jeden Staates auf Selbstverteidigung. Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis hatte Erdogan vergangene Woche erneut Gespräche angeboten. Erdogan lehnt direkte Gespräche mit Vertretern Griechenlands bisher ab.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa/AFP

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