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"Erhebliche Spionagefähigkeiten"Israel will Irans Weltraum-Zentrale zerstört haben 

08.03.2026, 19:44 Uhr
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Russland hatte den iranischen Satelliten 2022 mit einer Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All geschickt. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

2022 schicken Irans Revolutionsgarden mithilfe Russlands einen Satelliten ins All. Israel wirft Teheran vor, die damit gewonnenen Daten gegen das Land zu nutzen. Nun zerstört Israel nach eigenen Angaben die Zentrale, von der aus der Satellit betrieben werden soll.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die sogenannte Weltraum-Zentrale der iranischen Revolutionsgarden in Teheran angegriffen. Im Rahmen ihrer Angriffe hätten die israelischen Streitkräfte das "Hauptquartier der Weltraumstreitkräfte der IRGC des iranischen Terrorregimes" in der iranischen Hauptstadt "angegriffen und zerstört", erklärte die israelische Armee unter Verwendung der Abkürzung für die Revolutionsgarden. Die Räumlichkeiten dienten demnach der an die Revolutionsgarden angegliederten iranischen Weltraumbehörde als "Empfangs-, Übertragungs- und Forschungszentrum".

Das Zentrum umfasste demnach "das Kontroll- und Betriebsgebäude des im August 2022 gestarteten Satelliten Chajjam". Die Revolutionsgarden hätten die Satellitendaten für ihre Einsätze sowie "zur Überwachung des Staates Israel und der Länder der Region genutzt". Auch weitere militärische Ziele in Teheran seien angegriffen worden, darunter etwa 50 Bunker mit gelagerter Munition und eine Anlage der Bodentruppen der Revolutionsgarden.

Das mit dem Iran verbündete Russland hatte den Satelliten namens Chajjam 2022 mit einer Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All geschickt. Iranischen Angaben zufolge wurde der Satellit unter iranischer Aufsicht von der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos hergestellt. Den USA zufolge ermöglicht Chajjam dem Iran "erhebliche Spionagefähigkeiten" - was die iranische Weltraumbehörde bestreitet.

Die Revolutionsgarden werden als ideologische Armee der Islamischen Republik betrachtet. Sie wurden am 5. Mai 1979 kurz nach deren Ausrufung gegründet. Seitdem haben sie sich zu einem Staat im Staate entwickelt, der das Land nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich dominiert. Die EU-Länder einigten sich Ende Januar nach jahrelangen Diskussionen darauf, die aus verschiedenen paramilitärischen Einheiten zusammengestellten iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, auf US-Einrichtungen in der Golfregion und Infrastruktur mehrerer Golfstaaten. Auch der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz im Libanon eskalierte erneut.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP

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