Politik

Teuteberg im n-tv Frühstart "Es gab Leistung und Anstand in der DDR"

Anlässlich des 30. Mauerfall-Jubiläums fordert FDP-Generalsekretärin Teuteberg weiter eine Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Man müsse klar unterscheiden zwischen Demokratie und Diktatur. Gleichwohl plädierte sie dafür, sich sachlich über die verschiedenen Erfahrungen und Prägungen auszutauschen.

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg will auch 30 Jahre nach dem Mauerfall keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung der DDR-Zeit ziehen. Es sei immer wichtig, sich zu erinnern und die eigene Herkunft zu kennen, "um Fehler nicht zu wiederholen", sagte sie der RTL/n-tv Redaktion. "Wir sollten uns erinnern und transparent aufarbeiten." Gerade als Ostdeutsche habe sie eine besondere "Sensibilität dafür, dass die Freiheit, in der wir leben, nicht selbstverständlich ist".

Sie könne gut nachvollziehen, dass Menschen sich an ihr persönliches Leben erinnern. "In der DDR gab es Leistung und Anstand von Menschen trotz und nicht wegen des politischen Systems", sagte die 38-Jährige. Viele könnten stolz darauf sein, dass sie unter "schwierigen Bedingungen etwas geleistet haben und sich anständig verhalten haben". Dies sei aber "kein Grund, die erschwerten Bedingungen schönzureden". Man müsse "klar unterscheiden zwischen Demokratie und Diktatur, sonst werden wir auch die Demokratie nicht zu schätzen wissen".

Trotz 40 Jahren der Trennung gebe es "sehr viel mehr Verbindendes zwischen allen Deutschen, in Ost und West und Nord und Süd. Und es gebe die normalen Unterschiede, die man "gar nicht so dramatisieren muss". Deswegen sollte man "einigen politischen Köpfen nicht durchgehen lassen, ständig Mauern zu erfinden in den Köpfen, die als politischen Geschäftsmodell zu bewirtschaften und unser Land zu spalten, weil sie davon politisch profitieren".

Zugleich appellierte sie daran, mit Blick auf den Osten Deutschlands nicht "immer nur über wirtschaftliche Kennzahlen und Fördergelder" zu sprechen. Vielmehr gelte es nachzuholen, "was offenbar in den letzten 30 Jahren nicht genug passiert ist, uns respektvoll und sachlich über die verschiedenen Erfahrungen und Prägungen auszutauschen". Man sollte schauen, "wie können wir aus den Stärken Ostdeutschlands noch mehr machen, was ist wirklich zielgerichtete Politik, die Chancen auch in strukturschwächeren Regionen verbessert".

Angesichts der schwierigen Regierungsbildung in Thüringen schloss Teuteberg eine Koalition mit der Linken aus. "Für uns kommt eine Zusammenarbeit in Form von Koalitionen nicht in Betracht", sagte sie. Bei der Linken sehe sie Positionen, "die völlig unvereinbar sind mit unseren Vorstellungen von der Politik der Freien Demokraten". So wolle die Linke eine andere Republik sowie eine andere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Gleichwohl aber sei "wichtig, dass verschiedene demokratische Parteien grundsätzlich gesprächsbereit sind und manchmal koalitionsfähig, aber eben nicht mit jedem". Es gehöre auch zur staatspolitischen Verantwortung, "nicht beliebig zu sein".

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Quelle: n-tv.de, jwu

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