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USA reagieren auf Fall Khashoggi Etliche Minister sagen Konferenz in Riad ab

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US-Finanzminister Steven Mnuchin und mehrere seiner Amtskollegen werden nicht zum Handeslgipfel nach Riad reisen.

(Foto: imago/UPI Photo)

Die USA, Frankreich, Großbritannien und weitere Nationen ziehen Konsequenzen aus dem Fall Khashoggi: Minister und Unternehmer sagen ihre Teilnahme an einer Handelskonferenz in Saudi-Arabien ab. Auch der Druck auf die Bundesregierung wächst.

Wegen des ungeklärten Schicksals des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi haben international mehrere Minister ihre Teilnahme an einer Wirtschaftskonferenz in der saudischen Hauptstadt Riad abgesagt. US-Finanzminister Steven Mnuchin, der britische Handelsminister Liam Fox, der französische Finanzminister Bruno Le Maire und sein niederländischer Kollege Wopke Hoekstra kündigten an, in der kommenden Woche nicht nach Riad zu reisen.

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Mnuchin habe sich mit US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo in der Sache beraten. "Wir haben entschieden, dass ich nicht am Future-Investment-Initiative-Gipfel in Saudi-Arabien teilnehmen werde", schrieb Mnuchin auf Twitter. Sein britischer Kollege Fox erklärte, es sei "nicht die richtige Zeit" dafür. Großbritannien sei weiterhin sehr besorgt über das Verschwinden Khashoggis. London erwarte, dass Saudi-Arabien den Fall gründlich, glaubhaft, transparent und zeitnah untersuche. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Eine Reaktion von deutscher Seite gab es bislang nicht, die Forderung danach wird jedoch lauter. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte eine klare Positionierung der deutschen Wirtschaft gegenüber Saudi-Arabien. Es dürfe derzeit "kein 'business as usual' mit Saudi-Arabien geben", sagte Röttgen dem "Spiegel". Die Chefs mehrerer großer internationaler Firmen hätten ihre Teilnahme an der Future Investment Initiative kommende Woche in Riad abgesagt - "dieses Signal steht von deutscher Seite bisher aus". Bei der Konferenz am 23. Oktober will Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman für seine ehrgeizigen wirtschaftlichen Reformpläne werben.

Der regierungskritische Journalist Khashoggi war am 2. Oktober in der Türkei in das saudische Konsulat gegangen, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen. Türkische Behörden gehen laut Medien davon aus, dass er im Konsulat von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando getötet wurde. Sein Leichnam soll danach zerstückelt worden sein.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/AFP

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