Politik

Deutschland zahlt 77,5 Millionen Europa baut am gemeinsamen Kampfjet

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Im vergangenen Sommer wurde ein Modell des neuen Jets enthüllt - unter Beteiligung der damaligen Bundesverteidigungsministerin von der Leyen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland, Frankreich und Spanien treiben ihr gemeinsames Kampfjet-Projekt weiter voran. Das Militärflugzeug soll ein wichtiges Puzzleteil im europäischen Luftkampfsystem der Zukunft werden. Bis der Flieger einsatzfähig ist, wird es allerdings noch Jahrzehnte dauern.

Europa kommt einer gemeinsamen Verteidigungspolitik einen Schritt näher. Das Milliardenprojekt eines europäischen Luftkampfsystems hat eine weitere wichtige Etappe genommen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU unterzeichnete in Paris mit ihrer französischen Kollegin Florence Parly und dem spanischen Staatssekretär für Verteidigung, Ángel Olivares, eine Vereinbarung für die Entwicklung eines Prototypen für ein neues Kampfflugzeug.

"Wir wollen in Europa mit Blick auf die Verteidigungsanstrengungen der Zukunft den Weg gemeinsam gehen", sagte Kramp-Karrenbauer. "Hinter einem solchen Waffensystem verbirgt sich immer mehr als Technik, es verbirgt sich die gemeinsame Anstrengung, der gemeinsame politische Wille, das gemeinsame strategische Verständnis." Das Projekt sei angetrieben von einer starken deutsch-französischen Kooperation - aber auch europäisch, wie die Unterzeichnung Spaniens zeige. Parly betonte, dass es sich um ein ehrgeiziges Projekt handele, das auch den Willen für eine gemeinsame europäische Verteidigung unterstreiche.

Deutschland, Frankreich und Spanien hatten das Militärprojekt im vergangenen Sommer besiegelt. Verteilungskämpfe hatten es zuletzt allerdings verzögert. Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche schließlich 77,5 Millionen Euro für den Bau eines Prototypen freigegeben. Damit war nach monatelangem industriepolitischen Streit mit Frankreich eine wichtige Hürde auf dem Weg zum gemeinsamen Luftkampfsystem genommen worden. Die erste Phase zur Forschung und Entwicklung soll 18 Monate dauern.

Das Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) soll von 2040 an einsatzfähig sein. Das Rüstungsprojekt soll nicht nur einen Kampfflieger der neuen Generation bringen, sondern auch ein Gesamtsystem, das Drohnen oder Satelliten steuern kann. Ein erster Prototyp - ein sogenannter Demonstrator - des Kampfjets selbst soll nach bisherigen Plänen 2026 fliegen.

Die Federführung bei der Entwicklung des Kampfjets hat der französische Rüstungskonzern Dassault, der hierfür mit dem Flugzeugbauer Airbus zusammenarbeitet. Der Motor wird von dem französischen Unternehmen Safran und dem Münchner Triebwerkshersteller MTU entwickelt. Deutschland und Frankreich planen daneben auch die gemeinsame Entwicklung eines Panzers.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP