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Eine Milliarde Euro versprochen Europa knausert nicht bei Ebola-Hilfe

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Schon viele Flughäfen außerhalb Afrikas kontrollieren wegen Ebola.

(Foto: dpa)

Die Staats- und Regierungschefs der EU stocken ihre Mittel für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf eine Milliarde Euro auf. Das Geld soll zur Bekämpfung der Seuche in Westafrika verwendet. Vor allem die Briten hatten sich in dieser Frage engagiert.

Im Kampf gegen das Ebola-Virus stockt die Europäische Union ihre Hilfe auf eine Milliarde Euro auf. Das teilte Ratspräsident Herman Van Rompuy beim EU-Gipfel in Brüssel mit. Bisher hatte die EU zusammen mit den Mitgliedstaaten Gelder von rund 600 Millionen Euro versprochen, 107 Millionen Euro davon kommen aus Deutschland.

Ebola-Virus

Das in Afrika vorkommende Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es führt in 50 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel.
Das Virus wird nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts hauptsächlich durch direkten, engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, wahrscheinlich über bluthaltige Körpersekrete. Nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen bis drei Wochen führt die Krankheit meist zu Fieber und inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber), die Mehrheit der Patienten stirbt an Lungenversagen und Kreislaufschock.
Das Virus, das zuerst am Ebola-Fluss im Kongo auftauchte, lässt sich im Blut, Urin und Rachensekret nachweisen. Schon der Verdacht auf eine Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.

Nach WHO-Angaben haben sich in Westafrika knapp 10.000 Menschen mit dem Virus infiziert, fast 4900 von ihnen starben. "Diese ernüchternden Zahlen sprechen für sich selbst", sagte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso.

Insbesondere Großbritanniens Premier David Cameron hatte auf weitere Zusagen der EU im Kampf gegen Ebola gedrungen. Die britische Regierung kündigte an, ihren Anteil von 156 Millionen Euro auf 256 Millionen Euro zu erhöhen. "Wir waren uns alle einig, dass dies eine außergewöhnliche Herausforderung ist", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Krankheit sei eine "schreckliche Heimsuchung für die Menschheit".

Zyprer koordiniert die Hilfe

Am Donnerstagabend hatte der Gipfel bereits den Zyprer Christos Stylianides, der in der neuen EU-Kommission für humanitäre Hilfe zuständig ist, zum Koordinator für Europas Engagement in der Krise in Westafrika ernannt. Die EU-Außenminister hatten den Posten des Koordinators am Montag beschlossen, um Europas Hilfe für die besonders von der Epidemie betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone besser aufeinander abzustimmen.

Der 56-jährige Zyprer gehört der neuen Kommission unter dem Luxemburger Jean-Claude Juncker an, die am 1. November offiziell ihr Amt antritt. Er ist dort für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständig. Der ausgebildete Zahnarzt ist seit diesem Jahr Europaabgeordneter und saß zuvor in Zypern im nationalen Parlament. 2013 war der Konservative kurzzeitig Regierungssprecher seines Landes.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus will Frankreich die Kontrollen auf Reisende "aller Verkehrsmittel" ausweiten. "Frankreich muss Kontrollsysteme haben, die sich nicht nur auf den Luftverkehr beziehen", sagte Staatschef François Hollande in Brüssel. Frankreich wolle daher Kontrollen für alle Transportmittel inklusive der Schifffahrt einführen. Derzeit werden international an vielen Flughäfen Reisende aus Westafrika besonderen Gesundheitsuntersuchungen unterzogen, um mögliche Träger des Virus zu finden.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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