Politik

"Keine konkreten Planungen" Europa scheitert bei der Zeitumstellung

131297530 (1).jpg

In der Nacht zum Sonntag (29. März) werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich sollte die Zeitumstellung im Jahr 2021 vom Tisch sein. Eine Einigung zwischen der EU-Kommission und ihren Mitgliedstaaten scheint jedoch unmöglich. Ein Großteil der Deutschen spricht sich gegen das jährliche Drehen der Uhren aus.

Die geplante Abschaffung der Zeitumstellung in Europa kommt in diesem Jahr kaum noch voran. Die EU-Kommission hatte nach einer selbst organisierten Umfrage vorgeschlagen, den alljährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit zu beenden. Sie legte dafür im September 2018 den Entwurf einer Richtlinie vor. Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Nun müssen die Mitgliedstaaten sich im Rat festlegen - doch dort stehen die Uhren in dieser Sache still.

Kroatien hat als aktuelles Vorsitzland keinerlei Absicht, einen Ratsbeschluss dazu voranzutreiben. Im zweiten Halbjahr übernimmt Deutschland die EU-Präsidentschaft - und hat ebenfalls "keine konkreten Planungen" in dieser Frage, wie es von EU-Diplomaten heißt. Bisher ist die regelmäßige Umstellung für alle Länder in der EU einheitlich festgelegt.

In der Nacht zu Sonntag (29. März) werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, dann gilt die sogenannte Sommerzeit; im Herbst werden die Uhren wieder zurückgestellt. In Deutschland hat jeder vierte Mensch über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK. Die meisten davon klagten allgemein über Müdigkeit. Mehr als die Hälfte der Betroffenen erklärte, sie leide unter Schlafproblemen. Ferner klagten die Befragten auch über Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen in Folge der Zeitumstellung.

Mehrheit lehnt Zeitumstellung ab

Der Umfrage zufolge gaben Frauen häufiger als Männer an, schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung gehabt zu haben. Drei Viertel der Befragten gaben laut DAK-Mitteilung vom Freitag zwar keine gesundheitlichen Probleme wegen der Zeitumstellung an. Dennoch lehnt die Mehrheit das Drehen an der Uhr ab: 74 Prozent seien der Überzeugung, die Umstellung sei überflüssig und gehöre abgeschafft. 23 Prozent der Teilnehmer wollen demnach daran festhalten. Allerdings ist auch in Zeiten, in denen dank Smartphones fast jeder die genaue Uhrzeit in der Hosentasche herumträgt, die telefonische Zeitansage der Telekom weiter gefragt. An normalen Tagen werde die Nummer "viele hundertmal" angerufen, sagte ein Sprecher.

Besonders gefragt sei der Service an Silvester, wenn die Menschen exakt wissen möchten, wann die Uhr auf das neue Jahr umspringt. Auch die beiden Nächte Ende März sowie Oktober, in denen die Uhr um eine Stunde umgestellt wird, gehörten zu den Spitzenzeiten, zu denen so viele Anrufe eingingen wie sonst etwa in einem Monat. Unter der Nummer 0180 4100100 sagt im Auftrag der Telekom eine automatisierte weibliche Stimme in sekündlichen Abständen die aktuelle Uhrzeit an.

Quelle: ntv.de, lri/dpa